Casanova – Sterne, Story, Lesetipps…

Ach ja… CASANOVA…

Wenn man im Widder geboren ist, muß man sich als Mann öfter anhören, dass Casanova auch ein Widder war.

Aber: Wer erfand die Staatslotterie?
Wer galt als ,,Inbegriff der galanten Epoche“?

Als sogenannt größter Liebhaber aller Zeiten?

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Späte Einsicht eines Astronomen…

Vor Jahren wurde die DDR-Mauer durchlässiger, man ließ Rentner in den Westen. So brauchte die erfindungsreiche DDR-Spitze deren Renten nicht zu bezahlen…

Seinerzeit besuchte ich bereits häufig die Sternwarte Erkrath und ich lernte die astronomischen Kurzvorträge des Dr. Aberle(? Den Namen weiß ich nicht mehr genau)kennen. Der Mann war auch zuständig für die sonntäglichen Sonnen-Beobachtungen, die man thunlichst im Interesse der Erhaltung des Augenlichtes nur mit astronomischen Geräten durchführen sollte. Der beschimpfte altersstarrsinnig die Laien, die sich nach astrologischen „Sternzeichen“ erkundigten.

Die Pointe folgt, wenn Sie sich den nächsten Klick „gönnen“:

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AFFIRMATIONEN

Affirmationen
Affirmationen für Reichtum, Gesundheit, Liebe, Reichtum, Heilung, Verbindungen, Geld, Freundschaft usw.:
• Ich bin Frieden.
• Ich kenne und akzeptiere das universelle Gesetz.
• Ich bin geliebt. Ich bin liebenswert.
• Ich ziehe Liebe magnetisch an.

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Tarot

TAROT – Zeitqualität und Kreativität = immer aktuell

Als Fürstenerzieher Fürstenkindern noch durch Tarot-Bilder die Welt erklärten, entdeckte man auch, dass die „Zeitqualität“ – bei entsprechender Befragung/ Zuordnung – zu erkennen war (und ist).

Die Herkunft der Tarot-Karten ist historisch unklar. Wie die Spielkarten insgesamt, so sind auch die Tarock-Karten bzw. Tarot-Karten zuerst in Italien nachweisbar. Wiederentdeckt wurden sie im 18. Jahrhundert von Antoine Court de Gébelin (1725- 1784), der sie in seinem umfangreichen Werk „Monde Primitif“ (1775 – 1784) erstmals beschreibt als „das einzige Buch, das uns aus den verlorenen Schätzen der ägyptischen Bibliothek erhalten blieb“. Seitdem ist seine Vermutung vielfach aufgenommen worden, wobei vor allem das Volk Israel als Bindeglied zwischen dem alten Ägypten und dem Abendland genannt wurde. Diese Hypothese wird gerne untermauert mit den Entsprechungen, die sich aus den 22 Karten der Großen Arcana und der kabbalistischen Bedeutung der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets ergeben.

Insbesondere der große französische Okkultist Alphonse-Louis Constant (1810 – 1875), besser bekannt unter seinem Pseudonym Eliphas Lévi (Zahed), versichert uns in seinem Hauptwerk „Dogma und Ritual der Hohen Magie“ (1856), dass es sich bei dem Tarot um das Buch handele, das die Hebräer Henoch zuschrieben, die Ägypter dem Hermes Trismegistos und die Griechen ihrem sagenhaften Städtegründer Ka€os.

Andere wiederum vermuten einen indischen Ursprung dieses Spiels, weil wesentliche Symbole der Karten auch Attribute indischer Gottheiten sind. So weist Roger Tilley in seinem Buch „Playing Cards“ (1973) auf die interessante Parallele hin, dass die vier Hauptsymbole der kleinen Arkana (Stäbe, Schwerter, Münzen und Kelche) auch der Obergottheit Ardhanari zugeordnet sind, dessen linke Seite Shiva und dessen rechte Seite die himmlische Shakti darstellt.

Alle Spuren aber verlieren sich im 13. Jahrhundert. Zwar wird 1240 auf der Synode zu Worcester ein „Spiel des Königs und der Königin“ erwähnt, es bleibt aber offen, ob es sich dabei um ein Kartenspiel handelte. Erstmals benannt werden die Karten unter ihrem alten Namen „Naibi“ 1299 im „Trattato del governo della familia di Pipozzo di Sandro“. Aus dem 14. Jahrhundert gibt es dann verschiedenen Belege aus denen hervorgeht, dass Kartenspiele verboten wurden, so zum Beispiel ein Dekret, das Karl V. von Frankreich im Jahre 1369 unterzeichnete.

Bekannt ist ferner eine lateinische Aufzeichnung in der Sammlung des Britischen Museums in London, die von Bruder Johannes, einem Mönch aus Brefeld in der Schweiz, stammt; er schreibt: „Ein gewisses Spiel, das ein Kartenspiel genannt wird, kam zu uns im Jahr des Herrn 1377. In diesem Spiel wird der jetzige Zustand der Welt in vollkommener Weise in Bildern beschrieben. Aber zu welcher Zeit, wo und durch wen es erfunden wurde, ist mir gänzlich unbekannt.“ Im weiteren beschreibt er ein Kartenspiel, das sich aus mindestens 52 Karten zusammensetzt, die in 4 Serien unterschieden sind.

Eine einleuchtende Theorie vermutet nur für die 22 Karten der Großen Arcana einen älteren Ursprung und legt die Entstehung der 56 Karten der Kleinen Arcana in das Mittelalter. Dabei werden die 4 Serien dieser Kleinen Arcana als Symbole der 4 mittelalterlichen Stände verstanden: Schwerter = Ritter, Kelche = Klerus, Münzen = Kaufleute und Stäbe = Bauern.

Je nach Ursprungstheorie wird gerne vermutet, dass die Kreuzritter (ägyptischer Ursprung) oder die Zigeuner (indischer Ursprung) die Karten nach Europa brachten.

Beide Hypothesen sind kaum mit den obigen Daten zu vereinbaren. Die Zeit der Kreuzzüge liegt zu weit zurück und selbst der dieses Geistesgut pflegende Templerorden war bereits am 13. Oktober 1307 durch Philipp IV. zerschlagen worden.

Andererseits tauchen die Zigeuner erst ab 1400 in Europa auf, so dass sie lediglich als Verbreiter nicht aber als Quelle der Karten in Frage kommen.

Gleichgültig ob die Karten selbst „nur“ 500 Jahre alt sind oder auf eine viel ältere Zeit zurückgehen: Es ist unzweifelhaft, dass die Symbole und Bilder, die uns vor allem die 22 Großen Arcana zeigen, archetypische Gestalten der abendländischen Seele sind, die auch schon

in der Frühgeschichte der Menschheit lebendig waren.

2. Name

Die Karten wurden zunächst unter der Bezeichnung „Naibi“ erwähnt aus dem „Naibis“ und „Naipes“ ableitet, einem Namen, der sich für die Karten noch in Kastilien erhalten hat, und der auf „Nabab“ zurückgeführt wird, was im Sanskrit Vizekönig, Statthalter und Gouverneur heißt.

Ihr heutiger Name entspricht den Bezeichnungen „Tarocchino“, „Tarocco“ oder „Tarocchi“, die schon früh in Italien auftauchten, und die einige auf den Taro, einen Nebenfluß des Po zurückführen.

Andere sehen dagegen in den vielen Kombinationsmöglichkeiten der vier Buchstaben einen Hinweis auf den geheimnisvollen Ursprung des Spiels.

So formte der amerikanische Okkultist Paul Foster Case (1884 – 1954) aus diesem Tetragrammaton den Satz: „ROTA TARO ORAT TORA ATOR“, was übersetzt wird als: „Das Rad des Tarots verkündet das Gesetz der Athor“, wobei Athor „Mutter Nacht“ oder „Haus des Horus“ bedeutet und für das uranfängliche Chaos in der altägyptischen Kosmogonie steht.

Und nicht zuletzt verblüfft die Entsprechung, die der Name Taro mit der Tora, dem jüdischen Gesetz, den 5 Büchern Moses zu haben scheint.

3. Aufbau des Spiels

Die frühen Kartenspiele bestanden aus einer unterschiedlichen Anzahl von Karten. Im Florentiner Spiel gab es 41 Trumpfkarten und 56 Nichttrümpfe, das Spiel aus Bologna zählte 62 Karten und das sehr schöne Deck von Andrea Mantegna aus Mantua bestand aus 50 Karten. Es gab Spiele, die aus 12 Serien à 12 Karten bestanden oder aus 8 Serien à 12 Karten. Erst um 1600 beschreibt der Italiener Garzoni ein Spiel, das der Struktur des heutigen Tarots mit 22 Großen Arcana und 56 Kleinen Arcana entspricht. In dieser Form wurde es das venetianische Deck oder der Tarot von Marseille genannt.

Die Großen Arkana stellen auf 22 Karten (0 = Der Narr bis XXI = Die Welt) Bilder dar, die uns aus den Mythen und anderen Überlieferungen überraschend vertraut erscheinen. Die Karten der 56 Kleinen Arkana unterteilen sich in 4 Serien, wie wir sie auch in den heutigen Spielkarten kennen, und die sich wie folgt entsprechen: Stäbe = Kreuz, Schwerter = Pik, Kelche = Herz und Münze = Karo. Jede dieser Serien besteht aus 14 Karten, die sich in 10 Zahlenkarten (von Eins = As bis Zehn) und 4 Hofkarten (König, Königin, Ritter und Bube) unterteilen.

Um die letzte Jahrhundertwende fanden die Tarotkarten nicht nur ein immer stärker werdendes Interesse, sondern erhielten durch Arthur Edward Waite (1857 – 1941) eine entscheidende Bereicherung:

Waite, gebürtiger Amerikaner der in England aufwuchs, war ein großer Kenner des Okkultismus.

Er wurde Mitglied und später Großmeister in dem „Hermetischen Orden der Goldenen Morgenröte“, einem einflußreichen, magischen Orden, der 1888 unter anderem von Samuel McGregor Mathers, Dr.Wynn Westcott und Dr. William Woo€an gegründet worden war.

Weitere bekannte Mitglieder dieses Ordens waren der Dichter William Butler Yeats und der berühmte Magier Aleister Crowley. Waite ist geistiger Vater eines neuen Tarotdecks, das von einem Ordensmitglied, der Künstlerin Pamela Colman Smith, gezeichnet wurde.

Ihre Initialen PCS sind auf allen 78 Karten zu sehen. Während in den bisherigen Tarotspielen lediglich die Großen Arkana, die Hofkarten und manchmal die 4 Asse illustriert waren, hat das von Waite konzipierte Deck auch auf den übrigen 36 Karten Motive, die zur Deutung inspirieren.

Schließlich sollte ich auf zeitgenössische Ausgaben des Tarot hinweisen, die noch einen Schritt weitergehen und uns sogar perspektivische Bilder zur Verfügung stellen. Diese erleichtern die intuitive Schau der Bilder ungemein und eröffnen neue Tiefen für die Deutung.

Besonders lieb geworden ist mir im Laufe der Zeit natürlich der
„R Ö H R I G – T A R O T“.

Der ist die Bilder-Basis der CD-ROM, die, versehen mit meinen Deutungs-Versionen, im Frühjahr 1996 erschien und über die

PUBLICITY Gmbh,

Dornröschenstraße 23,

12555 Berlin,

Tel. 030-6566540

FAX 65665420

vertrieben wird.

Mithras und der Kölner Dom

Mein lieber astrologischer Mentor Alexander von Pronay hat ein Buch über den Mithras-Kult geschrieben.
Der Mithras-Kult wurde vor der Zeit des Christentums gelebt.

Das vergriffene Buch heißt:

Mithras und die geheimen Kulte der Römer

Aurum Edition 2000 Freiburg im Breisgau 1989 ISBN 3-591 -08286-4

Aus dem Kapitel : Vergleich der Religionen

Ein synkretistischer (d.i. vermischender) Zug des Christentums ist die unverkennbar auffallende Ähnlichkeit vom Gedanken eines sterbenden und wiederauferstehenden Gottes, wie es ihn auch in den Mysterienkulten gibt, allerdings nicht in der Mithrasreligion, wo ja nicht Mithras stirbt, sondern der Stier, wenn auch dieser die Kraft hat, Pflanzen und Tiere durch sein Blut zu schaffen.

Die Parallelen sind zahlreich. Das heilige Mahl der Mithrasten findet seine Entsprechung im christlichen Abendmahl, das nicht nur eine leibliche Stärkung ist, denn wer Brot und Wein zu sich nimmt, eignet sich Christi Lebenskraft an.

Es ist daher ebensowenig gleichgültig, was man genießt und wie man es tut. Solche Gedanken führen in mystische Bereiche.

Das frühe Christentum gewann nicht zuletzt seinen Einfluß auf die Massen, weil es mit seinen Riten und Weihen durchaus ähnliche Vorgänge wie die Mysterienreligionen anbot. Ja, das Christentum wurde zum größten Mysterium schlechthin.

Für die Taufe wird Wasser exorzisiert: Es wird gereinigt, von bösen Geistern befreit, geheiligt. Auch die Vorstellung, daß sich weißer Wein in rotes Blut Christi verwandelt, mußte von den Menschen im 3. und 4. Jahrhundert als ein mystisches Erlebnis aufgefaßt werden.

Gerade weil Apologeten wie Justinus und Tertullian behaupteten, daß die Mysterienbräuche eine teuflische Nachäffung christlicher Riten seien, machten sie deutlich, wie nahe verwandt die geistigen-religiösen Strömungen der Zeit waren, die in mystischen Äußerlichkeiten mündeten. Heiden wie Christen bezichtigten sich, Riten und Gebräuche voneinander übernommen zu haben.

Dabei wird übersehen, daß Mysterienreligionen wie Christentum vielfach gemeinsame Wurzeln haben. Das Christentum stammt aus dem Judentum, das durch die Babylonische Gefangenschaft entscheidende Impulse erhielt.

Es sind dieselbe Landschaft und dieselben Verhältnisse, die ihrerseits auch den Mithraskult geprägt haben. So brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich Riten und Weihen bei Heiden und Christen ähnlich vollzogen.

Eine deutliche Parallele finden wir zwischen der christlichen Taufe und den entsprechenden Initiationsriten der Mysterien. Tertullian, der sich z.B. über die geheimen Gebräuche des Mithraskultes recht genau orientiert zeigte und auch über die anderen Mysterienreligionen Bescheid wußte, stellte die zu seiner Zeit vollzogene christliche Taufe als eine recht einfache Handlung dar, im Gegensatz zum komplizierten und z.T. pompösen Ritual der Mysterien.

Aber nach und nach erweiterte sich der christliche Taufakt zu einem ganzen Komplex sakraler Riten, die in ihrer Bedeutung immer selbständiger wurden. So war es im griechischen Ritual im 4. Jahrhundert bereits üblich, daß der Priester dem Taufkandidaten den Gürtel löste, ihm die Kleider und Schuhe auszog, so daß dieser nur mit dem Untergewand bekleidet, ungegürtet, barhäuptig und ohne Schuhe mit Blick nach Osten hingestellt wurde. Dann sprach der Priester die Formel zur Beschwörung der Dämonen.

Wenn der Täufling in das Taufbecken stieg, durfte er keinerlei Schmuck an sich haben, und das Haar der Frauen mußte aufgelöst und durfte nicht zu einem Knoten zusammengenommen sein.

Nach dem Kirchenlehrer Cyrill von Jerusalem (315 – 386) mußte der Taufkandidat beim Exorzismus das Haupt verhüllen: „Verhüllt ist dein Antlitz, damit hinfort deine Seele gesammelt sei, damit dein umherschweifender Blick nicht auch das Herz ausschweifend mache. Während dir aber die Augen verhüllt sind, hindert die Ohren nichts, das Heilswort zu vernehmen.“

Das Verhüllen des Hauptes wie das Ablegen der Kleider und Schuhe findet sich aber auch bei den kultischen Reinigungen in den Mysterien. Es gibt Darstellungen, auf denen der Myste nackt in kniender Stellung oder leicht bekleidet sein Opfer darbringt. Vielfach ist es üblich, die Einweihung in einen Mysterienkult barfuß zu vollziehen. Ohne Schuhwerk erfolgen aber auch Prozessionen, z.B. Bittgänge des Mißwuchs, die davon den Namen Nudipedalia trugen. Die Sitte des Anblasens bei der Beschwörung wurde von christlichen wie heidnischen Exorzisten gleichermaßen ausgeübt.

Solche Gemeinsamkeiten mochten die Mysten bei den Christen besonders verhaßt gemacht haben, doch konnte das Christentum nicht auf magischen Riten verzichten, weil sie im Zeitverständnis der Menschen eine zu große Rolle spielten.

In der Antike war es üblich, Götterstatuen oder heilige Steine zu salben. Firmicus Maternus berichtete von einer Salbung auch im Rahmen einer Mysterienfeier. Auch bei magischen Exorzismen wurde gesalbt.

In der alten Kirche herrschte keine Einigkeit, wie der Ritus der Salbung bei der eigentlichen Tauffeier zu erklären sei. Während das Wasser bei der Taufe die Sünden abwusch, sollte der Heilige Geist sich dem Täufling durch die Salbung mitteilen, besonders nach den im Orient vertretenen Auffassungen. Im Abendland war dagegen der Brauch des Handauflegens wichtig.

Die Sitte, den Täufling vor der eigentliche Taufe zu ölen, muß es schon in frühester Zeit gegeben haben. Sie könnte in den damaligen Badegewohnheiten wurzeln, nach denen man sich nicht nur nach dem Bade mit Öl salbte, sondern auch schon zuvor.

Dem Speichel maß man in der Antike besondere reinigende Kräfte bei, weshalb dieser auch in verschiedenen Mysterienbräuchen in diesem Sinne verwendet wurde. Wenn der taufende christliche Priester Ohren und Nase des Täuflings mit Speichel berührte, kann dies seine Ursache in den alten heidnischen Bräuchen gehabt haben.

Im 4. Jahrhundert wurde es Sitte, den gesalbten Täufling in ein weißes Leinengewand zu kleiden. Während der Osterwoche wurde es dauernd getragen, bevor man es in einem feierlichen Akt wieder ablegte. Den reinen, weißen Gewändern wurden schon in Athen besondere Bedeutung beigemessen. Es wurde solange getragen, bis es unbrauchbar geworden war bzw. bis man es als Weihegabe im Tempel darbrachte.

Auch der Mithrasgläubige, der in der Opfergrube sich mit Blut benetzen ließ, trug dieses Gewand weiter, um dadurch die Kraft des Weiheaktes aufrecht zu erhalten. Später symbolisierten andere Gewänder besondere zeitliche Hüllen.

Wenn auch neutestamentliche Gedanken ausdrücken, daß bei der Taufe das Anziehen eines neuen Gewandes symbolisch für den Wandel zu einem neuen Menschen steht, finden sich doch gerade hinsichtlich der Kleidungsgebräuche Parallelen zu heidnischen Kulten und Religionen, die nicht zu übersehen sind.

In den Mysterien wurden die Einzuweihenden bekränzt. Es fanden sich aber auch Stirnbinden, wie sie im Altertum von Priestern getragen wurden. Als Christmale diente die Kopfbinde zum Auffangen des Salböls, konnte aber auch einen besonderen Akt der Weihe ausdrücken.

Dem Feuer wurde reinigende Kraft zugeschrieben, es war sakral das wichtigste Element: Fackeln symbolisierten das Feuer bei den Mysterienfeiern des Mithras wie bei den Isisprozessionen. Auch die christliche Kirche konnte nicht auf den Gebrauch von Fackeln bzw. in späterer Zeit auf brennende Kerzen verzichten, die bei Prozessionen in der Hand getragen wurden, wenn die Neugetauften in die Kirche und damit in die Gemeinde einzogen.

Man sollte meinen, daß die Gegnerschaft zwischen Mithrasten und Christen in den Zeiten von deren Verfolgung besonders deutlich sichtbar geworden wäre. Dafür gibt es jedoch keine Hinweise. Einmal mag dies daran liegen, daß es für Christen eine ausgemachte Sache war, in Mithrasbekennern ihre Feinde zu sehen, da sich diese ja voll mit dem heidnischen Staat identifizierten und den Kaiserkult billigten, wie andererseits sich die Kaiser auf die Gesinnungstreue der Mithrasten verließen. Die großen Verfolgungen unter Diocletian beweisen dies.

Gerade damals erlebte der Mithraismus seine Hochblüte, in einer Zeit also, in der es so schwer wie nie zuvor war, die nach Bevölkerung und Wirtschaftsstruktur unterschiedlichen Teile des Reiches zusammenzuhalten. Obwohl keine direkten Beweise dafür vorliegen, daß es eine Art mithrischen Papst gegeben haben könnte, muß man annehmen, daß Rom eine Art geistiges Oberzentrum war, von dem Direktiven ausgingen, welche die Politik des Kaisers förderten bzw. die den Gemeinden ein Verhalten vorschrieben, das die integrierende Kraft des Glaubens an Mithras in den Dienst der kaiserlichen Sache stellte.

Die Mithrasten lebten in ihren lokalen Bruderschaften in engem und kameradschaftlichem Kontakt, was nicht nur bei militärischen Aktionen von Vorteil gewesen sein mußte, sondern brachte auch die Verbindung der Offiziere zu allen Bevölkerungsschichten und damit wahrscheinlich ein Vertrauensverhältnis zueinander zustande, das den Rahmen einer lockeren Kasino-Verbindung durchaus überstieg.

Es war die durch heilige Eide bekräftige Kampfgemeinschaft für Mithras, die sich gegen dessen Feinde richtete und für seine Freunde wirksam werden mußte, also auch für den Kaiser, der Mithras verehrte.

Der Kern des Offizierskorps war gut mithrisch gesinnt. Wenn es also lapidar heißt, die „Heiden“ hätten die Christen verfolgt, haben wir darunter in erster Linie die Mithrasten zu verstehen, die aus Gründen der Staatsräson gegen die Christen waren, weil diese von ihnen zwangsläufig als Staatsfeinde angesehen werden mußten.

Religiöse Gründe kommen für die Gegnerschaft wahrscheinlich weniger in Betracht, denn es ist bekannt, daß die Mysterienkulte einander keine Konkurrenz machten, und das Christentum ähnelte ihnen in mehr als einer Hinsicht.

Allerdings ist nicht vorstellbar, daß ein Christ sich auch hätte zu Mithras bekennen können. Das christliche Glaubensbekenntnis schloß dies völlig aus.

So lag das Unvermögen, sich einer anderen Religionsgemeinschaft zu eröffnen, auf Seiten der Christen, was es ihnen erschwerte, gegen andere Glaubensbekenntnisse tolerant zu sein. Bei einer solchen Beurteilung müssen wir uns davor hüten, von modernen Verhaltensweisen auszugehen.

Das Mithrasbuch ist vergriffen.

Einzelne Exemplare können in Antiquariaten oder beim AURUM-Verlag bezogen werden.

Noch ein Buchtipp:

„Ob man es nun wahr­haben will oder nicht:

Ein jeder, der den am Kreuz gestorbenen Jesus von Nazareth ver­ehrt, verehrt gleich­zeitig den fernen, heute weithin unbe­kannten Gott Mithras“.

Das klingt nach starkem To­bak, zumal im gerade ausklingenden Jubiläumsjahr des Kölner Doms.

Wer ist Mithras? Was hat er mit dem Dom zu tun?

Mithras sei im Dom zu Hause, behauptet der in Dresden le­bende Buchautor Ralf Günther mit der Unbefangenheit des Außenseiters, und er sei im Dom dergestalt präsent, daß die katholische Kirche damit ein Problem habe.

Ende des Kapitel-Auszugs.