MOND UND VENUS IM SKORPION

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Zur Zeit befindet sich der Mond und auch die Venus im Tierkreiszeichen „Skorpion“

Einige Gemüter reagieren in Skorpion-Mond-Zeiten aggressiv, stur, pedantisch und etwas fahrig, manchmal direkt verletzend.

Die Skorpion-Mond-Zeit ist eine gute Zeitqualität für:

gründliche Recherche, wichtige Entscheidungen, Leidenschaft, konstruktive Kritik, die Klärung von Problemen – und Grundsatzfragen.

Mancher Feuertyp lebt unter diesem Mond-Einfluß etwas intensiver und leidenschaftlicher. Hoffentlich nicht rücksichtsloser… oder testet jetzt nicht nur seine Grenzen gern aus, sondern auch die der anderen. Vorsicht! Das kann wehtun, wenn es zu weit geht… oder bleibt locker und natürlich, wenn der Mond im Skorpion steht, geht den Dingen aber intensiver auf den Grund als sonst.

Mancher Erdtyp ist aufgewühlt, vielleicht emotional sehr geladen. Er braucht ein Ventil. Vorzugsweise ein erotisches… mancher wächst über sich hinaus, hat Biß und Durchsetzungsvermögen. Bescheidenheit ist mit dem Skorpion-Mond nicht angebracht… oder profitiert von dieser Mond-Position in Sachen Zielsetzung, sollte sich aber vor übertriebenem Ehrgeiz hüten…

Mancher Lufttyp wird bestenfalls emotional etwas tiefer berührt – und sich dem Beziehungsthema öffnen… spricht auf den Skorpion-Mond nur bedingt an, könnte aber entschlossener und konsequenter auftreten… wird mit seinem „Schatten“ konfrontiert: Härte, Dominanz und Intoleranz. Darüber sollte er mal nachdenken…
Mancher Wasser-Typ erfährt eine beneidenswerte Gefühlstiefe. Und seine Menschenkenntnis steigt …

Mancher sollte sich vor übertriebenem Ehrgeiz hüten. Das kann schnell in Verbissenheit und Fanatismus münden… andere Wassertypen rücken sich richtig in Szene: entschlossen, willensstark und schließlich erfolgreich. Und das ohne anzuecken. Es lebe der Instinkt in diesen Mondzeiten…

Besser ist es auf jeden Fall, sich mit dem eigenen Horoskop auseinanderzusetzen.

DER TAROT DER SCHÖNEN CLEO

In meiner Tarot-Klientel gibt es interessante Persönlichkeiten, von einer möchte ich jetzt mit der gebotenen Diskretion erzählen. Es geht um meine sympathische Klientin Cleo, die, wie Sie als LeserIn sicher verstehen werden, ganz anders heißt.

Sie ist eine dieser attraktiven Frauen, die im Beruf sehr erfolgreich sind. Aus einem kleinen Fotostudio hat sie eine Werbe-Agentur gemacht. Bei mir hat sie sich astrologische Beratung über die etwaigen Orte der Filialen und über die Zeitpunkte der Filial-Eröffnungen abgeholt.

Über Sehnsucht nach Zweisamkeit und allerlei Intimes haben wir auch gesprochen; das kommt einfach so durch das Gespräch über die astrologischen Häuser. Nur selten hat sie in der Hinsicht das Gespräch vertieft.

Wenn das o. ä. zur Sprache kam, quälte sie sich durch Selbstvorwürfe nur selbst bis hin zur Selbstkasteiung. Sie wusste, wie oft sie sich interessante Beziehungen auf krasse Weise verscherzt hat. Da hat sie sich ein paar Dinge erlaubt, die macht ein Mann einfach nicht mit.

Am Rande erwähnt: Eines der tollsten Dinger, die sie sich erlaubte, geschah, als sich ihr jemand per Internet-Single-Portal näherte, den sie mit Hilfe Ihrer Geschäftsverbindungen in der Damenwelt per Privatrecherche recht schnell als so eine Art Schnorrer an der Grenze zum Heiratsschwindler entlarvte.

Sie baute zwei Fake-Profile im Netz auf; eines über sich selbst und eines über ihn. Das männliche Profil versah sie mit seinem Foto. Das Foto verschönte sie per Software, sie verjüngte ihn per Profilangabe um 5 Jahre.

Rasch interessierten sich die Damen für den attraktiv scheinenden Mann. Cleo beantwortete die Zuschriften seriös im männlichen Stil.

Mit einem zweiten erotisch aufgebauten Fake-Profil weiblicher Art lockte sie den Schnorrer an.

Der Clou vom Ganzen: Sie verschaffte dem Schnorrer ein Super-Rendezvous mit einer Dame in einem Bistro. Erkennungszeichen: Die Dame bestellt Kenia-Kaffee und hat als Erkennungszeichen ein Schneider-Kostüm an und ein Exemplar COSMOPOLITAN in der Hand.

Tatsächlich erschien aber nicht eine Dame, sondern sieben Damen, die Cleo virtuell herbeigeschmust hatte.

Es entstand eine groteske Situation. 🙂

Der Kellner erzählte mir später, dass zwei Damen mit der Zeitung auf den ahnungslosen Schnorrer eingedroschen haben.

Nun aber zurück zu Cleos Anfängen:

Als sie seinerzeit ihre Geschäfts-Chance witterte, blieb nach einer lebhaften, fast wilden Studentenzeit das Beziehungs-Thema fast auf der Strecke. Sie übernahm das Fotostudio ihrer Freundin spontan und sagte fast fahrlässig: „Wandere Du nur aus! Du kannst das Studio wieder haben, wenn Du wieder einwanderst!“

Der Erfolg folgte unmittelbar, sozusagen „auf dem Fuße“. Sie kam auf die Idee, eine Ecke im Studio für Kinderfotos einzurichten, sie bot Models an, werbewirksame Bilder-Mappen für sie anzufertigen.
Ja, sie war die erste in der Großstadt, die Liebhaberinnen anbot, stimmungsvolle Intimfotos und kesse Nacktfotos für den Verehrer anzufertigen.

Bald platzte das Geschäft aus allen Nähten.

Seit Jahren besucht sie mich jährlich mehrmals. Die Sitzungen sind immer recht lang; wie bei großen Bossen, die auch nie einen echten Freund als Ansprechpartner haben.

Bei der letzten Sitzung ist zu spüren gewesen, dass ich dank Tarot und günstiger Kartenlage wohl einen Teil ihrer Beratungsresistenz und auch einen Teil der inneren Mauer abbauen konnte. Diese Mauer, an der stand, dass sie immer die Beziehungen zerstörte…

Nun hat sie mich neulich wieder einmal gebucht, sogar für 2 Tage.

Das war nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich war aber, dass sie den Tarot mit einem Beziehungsspiel befragen wollte.

Was ist passiert?

Bei der letzten Beratung gab es in der astrologischen Stellungnahme Hinweise auf Körper und Gesundheit. Wegen ihrer Verfassung empfahl ich ihr astrologisch begründbar Galzignano und den dortigen Natur-Fango.

Sie bevorzugte aber „nebenbei“ die Discos und das Mode-Ambiente von Abano und Montegrotto. Bei der Ortsnähe hatte auch der Tarot-Deuter keinen Widerspruch zu geben.

Sie genoss den Fango und die Thermalquellen in den Euganäischen Hügeln im Veneto. Nach den teils langen Nächten (sie amüsierte sich über die Kavaliere,die ihr nachliefen) in Abano entspannte sie sich in den Kurparks.

Die geschäftlichen Dinge waren bereits ausführlich besprochen.

Wir spielten ein Narrenspiel, um das Zeitklima abzuschätzen. Das Spiel zeigte eindeutig eine Wende seelischer, spiritueller Art.

Es ergab sich ein sehr günstiges Orakel. Der Tarot zeigte ein sehr gutes Zeitklima sowohl für Privates als auch für Geschäftliches.

Jetzt gingen wir auf das Beziehungsspiel zu. Ich ließ sie drei Karten für sich und drei für die neue Begegnung ziehen.

Dieses Begegnungsspiel zeigte ein Übergewicht der großen Arkana. Ich sagte ihr auf den Kopf zu, dass das Blatt nicht einen Quickie mit einem flotten Kavalier zeigt, sondern jemand, der ihr und dem sie viel bedeutete.

„Ich muss Ihnen von den Parks erzählen!“ lenkte sie ab. Das ließ ich zu. Als sie von den Parks erzählte, wurden ihre Züge weicher.

Diese Frau, die sonst nur in Zahlen dachte, erzählte plötzlich von bunten Blumen am Wegesrand, von schlafenden Enten im feuchten Gras, von zwitschernden Vögeln in Büschen und Bäumen.

Da saß sie nun, sie genoss den Anblick der Parklandschaft und dachte einmal nicht in Erfolg und Bilanzen, sondern sie ließ die Seele baumeln.

Nein, da war kein Kurschatten für sie. Ein Buch von Anselm Grün (von mir, ihrem Bibliotherapeut, empfohlen) war auf Ihrem Schoß. Das sollte ihr die Zeit vertreiben, ja, ach es gab aber so viel zu sehen.

Sie, die nie las und nie auf andere achtete, nie Freundschaften schloss aus Angst, wieder verletzt zu werden, sie, der Blickfang in jedem Kasino, in jedem Ballsaal, an jeder Bar, wurde von niemandem beachtet.

Ich schmunzelte bei dem Gedanken, was für eine Erfahrung das für sie sein mochte.

Da eilen Nordic-Walker Stöcke schwingend an ihr vorbei.

Ein neugieriger Spaziergänger mit Silberhaar schlendert heran und nimmt, einen Gruß andeutend, in ihrer Nähe Platz. „Ein angenehmer Unterhalter wäre jetzt gerade recht! Der würde mir passen zwischen einer Fango-Packung und der schönen Torte im Café, die mit den kandierten Früchten!“ dachte sie sich.

Nein, das Kino lockt sie nicht an,
Das Kurorchester kommt ihr wie Gedudel vor.

Beim Erzählen amüsierte sie sich über sich selbst.
Da gab es den drahtigen Typen mit der Baseball-Kappe, der sich nach und nach aus dem anliegenden Palmengarten heranschlich.

Dann tauchte einer auf, den sie Jung-Heinrich nannte, von dessen Schauspieler-Charme sie sich fast erweichen lassen wollte.

Sie entschloss sich, ein wenig durch den Park und auf Jung-Heinrich zu zu schlendern. Eigentlich ist er ihr zu sehr solarium-gebräunt, der Siegelring blitzt ein wenig zu golden, das zu goldene Goldkettchen glitzert für echtes Gold ein wenig zu sehr.

Gerade als er eine Konversations-Attacke plant, setzt sich eine bekanntschafts-lüsterne 55plus-Seniorin an seine Seite und sofort sprudelt es aus ihr heraus: Was das doch für ein schöner Wellnesstag neulich gewesen sei, er habe sie doch während der Kräuterwanderung mit dem Bericht über seine letzte Kreuzfahrt so interessant unterhalten.

Und da beschlich Cleo der Gedanke, wie schade es sei, dass sie nicht zu früheren Zeiten geboren war um im Rokokko beispielsweise Casanova zu begegnen weil sie urplötzlich die Lust packte, sich wüst in einem Park oder hinter der Säule eines Ballsaals von einem wollüstigen Mann mit sprühendem Geist und raffinierter Sinnlichkeit nehmen zu lassen.

Was hätte sie nur dafür hingegeben, ihm zu begegnen?

Sie erinnerte sich an ihren Seufzer… Auf welche Annehmlichkeit ihrer Reise hätte sie verzichtet?

Nein, verzichten brauchte sie nur für diesen Abend.

Noch vor Ende der Reise lernte sie den Mann kennen, der sie im Eisenbahn-Abteil ansprach und sich zu ihr setzte.

Derselbe, den sie unbedingt noch in der Bahn abküssen musste, weil er so einen interessanten Teint hatte.

Derselbe, der später im Hotel an der Bar und im Flur alles richtig gemacht hatte, so dass sie ihn nicht im Flur wegschicken konnte und sie sich an den Tarot erinnerte, der riet, dass eine gute Zeitqualität erlauben würde, derlei wieder geschehen zu lassen.

Derselbe, der mit ihr zum Standesamt will.

Auch: bookrix.de 🙂