KARFREITAG – OSTERN IMMER AKTUELL

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Das nächste Osterfest kommt bestimmt!

Konzentrieren wir uns auf die Gretchenfrage.Welche Fragen sind das?Das Menschsein Christi wurde schon in den 1950er Jahren nicht geleugnet.

Anders sieht es mit der Gottheit Christi aus.

Die Gretchenfrage muss so beschaffen sein, dass sie jedes Jonglieren mit Begriffen ausschließt.

Welches ist diese Gretchenfrage?

Eine der vielen Fragen lautet:
“Hat der historische Jesus, als er am Kreuze litt, mich gekannt?”

Diese Frage ist dogmatisch entscheidend, weil sie zeigt, ob man mit dem Glauben an die Gottheit Jesu Christi Ernst macht, und sie ist gleichzeitig existentiell und spirituell von höchster Bedeutung, weil sie entscheidende Konsequenzen für meine Christusbeziehung hat.

Nur wenn ich sie ohne Zögern bejahe, kann ich jene persönliche Beziehung zu Christus aufbauen, die er von mir erwartet.

Der Gekreuzigte hat mich gekannt.

Überlegen wir uns, was das bedeutet.

Sein Tod war höchste Liebestat.

“Niemand hat eine größere Liebe als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde” (Joh 15,13).

Das bedeutet: Der historische Jesus am Kreuz hat mich nicht nur gekannt, er hat mich auch geliebt!

Aus Liebe zu mir ist er gestorben. Er ist nicht für eine anonyme Masse gestorben. Er ist gestorben für Dich und mich, und er wusste es.

Er wusste und wollte es, weil er Dich und mich geliebt hat.

Die Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens, auf welche die meisten Exegeten so großen Wert legen, ist völlig fehl am Platz, wenn dadurch die Geltung der christologischen Glaubensaussagen auf den Christus des Glaubens beschränkt werden soll.

Dann gelten sie nicht mehr dem historischen Jesus.

Dann ist der Christus des Glaubens nichts anderes als ein frommer Selbstbetrug, und seine Liebe zu mir nützt mir nichts, weil es sie in der historischen Wirklichkeit niemals gegeben hat.

Trotzdem an einem solchen Christus des Glaubens festzuhalten, bedeutet zu sagen: „Ich halte es für wahr, weil es so schön ist.”

Ich dagegen halte es seit meinen Konfirmandenzeiten für schön, weil es wahr ist.

Wenn ich diese Wahrhaftigkeit glaube, wandelt sich mein Leben.

Noch etwas:

Wißt Ihr, was für mich das Schönste an der Osterbotschaft ist?
Jesus hatte zahlreiche Wunden nicht nur am Körper; es gab sicher auch seelische Wunden. Gerade weil er Gottes Sohn ist, war seine Menschenseele bestimmt so verletzlich wie unser aller Seele. In seinen letzten Stunden in Freiheit umgab er sich mit Freunden, die erfüllt waren von mutiger, nichts fordernder Liebe.

Solche Menschen gibt es auch heute in modernster Zeit. In ihnen und durch die Liebe lebt er weiter und dadurch erhält das Wort Auferstehung immer wieder ganz besonderen Sinn.

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