WIR UND DIE ZEIT

Die Zeit vergeht und unsere Tage schwinden.
Bist selber schuld, wenn Du nichts ändern magst!
Was nutzt es Dir, im Cyber laut zu klagen,
wenn Du im Alltag nicht zu klagen wagst?
Idee und Wirklichkeit? Ach, die… sind immer Gegner,
da hilft Erfahrung nicht und nicht die Abendland-Kultur.
Natur – Kultur sind Wild mal und mal Jäger
da hilft kein Doppel-Schnaps, genießt Du ihn auch pur!

Nicht das Leben ist es nein, vielmehr der Mensch
der sich stets durch die Enttäuschung motivieret
und wenn Du einst das Zaubermittel kennsch
behalt´s für Dich, sonst bist Du baldigst abservieret.
Wer niemals wagt, der sicher nie gewinnet
wagst Du zu viel, bist pleite Du sehr bald
wenn jede Hoffnung nun im Schuldenberg zerrinnet
wird Dir um Herz und Seele furchtbar kalt.

Nein, ich hab nicht das Mittel anzubieten
durch das die Wünsche wachsen die dereinst erfüllt!
Es werden sicher nicht Genies aus all den Nieten
die unsre Weiber vor der jetzigen Schul gestillt!
Doch ab und zu trifft, wie in der Antike,
man auf ´nen außerordentlich begabten Geist.
Lässt man ihn wachsen mit dezent Kritike
wird zum Gedeihen er vielleicht nicht allzu dreist.

Bild Jürgen Ball

KARFREITAG – OSTERN IMMER AKTUELL

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Das nächste Osterfest kommt bestimmt!

Konzentrieren wir uns auf die Gretchenfrage.Welche Fragen sind das?Das Menschsein Christi wurde schon in den 1950er Jahren nicht geleugnet.

Anders sieht es mit der Gottheit Christi aus.

Die Gretchenfrage muss so beschaffen sein, dass sie jedes Jonglieren mit Begriffen ausschließt.

Welches ist diese Gretchenfrage?

Eine der vielen Fragen lautet:
“Hat der historische Jesus, als er am Kreuze litt, mich gekannt?”

Diese Frage ist dogmatisch entscheidend, weil sie zeigt, ob man mit dem Glauben an die Gottheit Jesu Christi Ernst macht, und sie ist gleichzeitig existentiell und spirituell von höchster Bedeutung, weil sie entscheidende Konsequenzen für meine Christusbeziehung hat.

Nur wenn ich sie ohne Zögern bejahe, kann ich jene persönliche Beziehung zu Christus aufbauen, die er von mir erwartet.

Der Gekreuzigte hat mich gekannt.

Überlegen wir uns, was das bedeutet.

Sein Tod war höchste Liebestat.

“Niemand hat eine größere Liebe als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde” (Joh 15,13).

Das bedeutet: Der historische Jesus am Kreuz hat mich nicht nur gekannt, er hat mich auch geliebt!

Aus Liebe zu mir ist er gestorben. Er ist nicht für eine anonyme Masse gestorben. Er ist gestorben für Dich und mich, und er wusste es.

Er wusste und wollte es, weil er Dich und mich geliebt hat.

Die Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens, auf welche die meisten Exegeten so großen Wert legen, ist völlig fehl am Platz, wenn dadurch die Geltung der christologischen Glaubensaussagen auf den Christus des Glaubens beschränkt werden soll.

Dann gelten sie nicht mehr dem historischen Jesus.

Dann ist der Christus des Glaubens nichts anderes als ein frommer Selbstbetrug, und seine Liebe zu mir nützt mir nichts, weil es sie in der historischen Wirklichkeit niemals gegeben hat.

Trotzdem an einem solchen Christus des Glaubens festzuhalten, bedeutet zu sagen: „Ich halte es für wahr, weil es so schön ist.”

Ich dagegen halte es seit meinen Konfirmandenzeiten für schön, weil es wahr ist.

Wenn ich diese Wahrhaftigkeit glaube, wandelt sich mein Leben.

Noch etwas:

Wißt Ihr, was für mich das Schönste an der Osterbotschaft ist?
Jesus hatte zahlreiche Wunden nicht nur am Körper; es gab sicher auch seelische Wunden. Gerade weil er Gottes Sohn ist, war seine Menschenseele bestimmt so verletzlich wie unser aller Seele. In seinen letzten Stunden in Freiheit umgab er sich mit Freunden, die erfüllt waren von mutiger, nichts fordernder Liebe.

Solche Menschen gibt es auch heute in modernster Zeit. In ihnen und durch die Liebe lebt er weiter und dadurch erhält das Wort Auferstehung immer wieder ganz besonderen Sinn.