Ein Herrenabend Februar 10, 2008
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Ein Herrenabend …
EIN BESONDERER ABEND
Das Fenster des Konferenzraums entließ die Rauchschwaden guter Zigarren in die Abendluft, während die Konferenzteilnehmer noch den zweiten oder dritten Cognac schlürften. Dr. Gier, der Wortführer, wollte sich vor Lachen schier ausschütten. Seine Vorstands-Kollegen Zins, Schrapp und Klemm schlugen ihm unter Gelächter von links und rechts auf die Schulter. „Ja, meine Herren,“ gröhlte Dr. Gier, „sehen Sie, so einfach geht das!“ Und alle zusammen mochten nicht aufhören, Gesprächspassagen der nachmittäglichen Debatte zu wiederholen, in der es Dr. Gier und seinen ehrbaren Kollegen Schrapp und Klemm gelungen war, den dummen Arbeitsdirektor, den Betriebsrat und einen jungen, unerfahrenen Gewerkschaftssekretär zu einer für die Belegschaft nachteiligen Betriebsvereinbarung zu bewegen. Daß es dabei Herrn Schrapp gelungen war, bezüglich der Auftrags- und Ertragszahlen falsche und verwirrende Angaben zu machen, war für die Herren Grund zu einer außerordentlichen Freude.
Solch einen Tag mochten die Herren nicht so einfach ausklingen lassen; der Tag schrie sozusagen nach einem Höhepunkt.
Um Vorschläge waren die Herren nicht verlegen; lachend wurde Dr. Giers Vorschlag, einen Vergnügungspark aufzusuchen, von allen Seiten akzeptiert.
Die Herren ließen sich von ihren Chauffeuren an den Rand des Parks fahren, dann wurden die Fahrer nach Hause geschickt. „Wer weiß, was uns heute Abend noch alles einfällt …!“ schmunzelte Klemm süffisant. Schrapp kicherte wie ein unreifer Pennäler, als Dr. Gier ihm kumpelhaft in die Seite stieß. Polternd stürmten sie gefolgt vom schwerfälligen Zins den Park und hatten bald die ersten Buden erreicht. Zwischen den Karussel- und Geisterbahnfahrten gönnten sich die Herren an den Ausschank-Buden manches Glas Pils und einige gute Genever.
Plötzlich wurden sie von einer Losbude angelockt, die kaum beleuchtet war, deren Auslagen aber im Dunkel des Abends umso interessanter erschienen.
Der Losverkäufer stand anscheinend teilnahmslos im hinteren Teil seines Unternehmens und schien von den Herren keine Notiz zu nehmen.
„Holla, Wirtschaft! Lose für uns alle!“ polterte Schrapp los.
„Warum interessieren Sie sich denn gerade heute für ein Los?“ entgegnete der Losverkäufer ohne irgend ein Mienenspiel oder eine Bewegung.
„Heute amüsieren wir uns!“ lallte Klemm.
„Jawohl, wir haben heute viel geleistet. Wir haben unserer Firma viel Geld gespart und Personal freigestellt. Das war der Clou des Jahres!“ drängte Schnapp.
Dr. Gier wurde ungeduldig, mit einem Tausender in der Faust haute er auf die Theke. „Los, komm schon her, du Subjekt! Wieviel Lose kriegen wir für dieses Geld?“
„Heute kriegt jeder ein Los, wie er´s verdient. Und das ist sogar umsonst!“ gab der Losverkäufer bekannt und stellte einen randvoll mit Losen gefüllten alten Sektkübel auf die Theke.
Zins griff ungestüm hinein. Seine Hand umklammerte das Los. Seine Kollegen schauten über seine Schulter, als er es umständlich öffnete. „Gnadenlos!“ las er vor.
„Das wird ein Trostpreis sein, mehr nicht!“ platzte Dr. Gier heraus.
„Gnadenlos verliert!“ teilte der Losverkäufer mit und zeigte auf ein Schild mit den Geschäftsbedingungen.
„Komm, du als Nächster!“ murrte Gier und drückte Schrapps Hand in den Kübel.
Der las auf seinem Los das Wort „Herzlos“ und wollte ein goldschimmerndes Herz aus der Auslage nehmen.
„Herzlos verliert!“ Mit einem Handzeichen verwies der Verkäufer wieder auf das Schild.
Klemm wollte nicht nachstehen und griff zu. Als er auf seinem Los „Kinderlos“ las, wollte er nach der schönen Kinderpuppe greifen, die ihm sofort ins Auge gefallen war.
„Kinderlos verliert!“ murrte der Verkäufer lakonisch. Gier zückte erbost seine Lesebrille. Aber alles half nichts: so stand es auf dem Schild.
Mit den Worten „Jetzt ich!“ griff er sich ein Los, öffnete es und rief: „Witzlos! Ich habe es ja gewußt, das schöne Witzbuch da vorne ist für mich! Her damit!“ Er griff nach dem Buch mit dem schönen Einband, das ihm sofort aufgefallen war. Der Losverkäufer aber entwand es seiner Hand mit den Worten: „Witzlos verliert!“
„Unmögliches Verhalten!“ tönte Gier. „Davon war nichts auf dem Schild zu lesen!“
Aber als der Losverkäufer ihm das Schild mit einem mokanten Lächeln vorhielt, erschien die Zeile „Witzlos verliert“ vor seinen Augen wie von Geisterhand geschrieben.
Mit groben Verwünschungen auf den Lippen entfernten sich die Herren gestikulierend. Die Laune war dahin, die Zusammenkunft wurde rasch beendet.
Wie es weiterging?
Nun:
Zins verfiel am nächsten Tag durch einen unerklärlichen Gehirnschlag in Stumpfsinn.
Schrapp brach am nächsten Tag im Büro zusammen, kam ins Krankenhaus und verließ die Intensivstation als toter Mann.
Klemm wurde am nächsten Tag impotent.
Dr. Gier konnte nicht einmal darüber lachen. Aller die Nachrichten über diese Vorkommnisse erhielt, verbreitete sich gerade auf seinen Wangen eine schmerzhafte Gesichtslähmung.
Lilith, die schöne Unbekannte Februar 10, 2008
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LILITH – Die schöne Unbekannte
Zu einer Zeit, als das Paradies und die Erde schon eine Weile lang erschaffen waren, wandelte Gott auf Erden und fand Adam vor Enttäuschung schluchzend im Garten Eden vor.
„Mein liebes Menschenkind,“ sprach der Herr, „was macht dich so traurig? Habe ich dir nicht einen schönen Garten und ein gutes Leben bereitet?“
„Nein, hast du nicht!“ schimpfte Adam verbittert. „Alle Geschöpfe haben eine Gefährtin, nur ich nicht!“
„Aber Adam!“ sagte der Herr erstaunt. „Habe ich dir nicht die Lilith erschaffen, so wohlgebaut, mit einer samtigen dunklen Haut?
Obendrein habe ich eingerichtet, daß sie dir leidenschaftlich zugetan ist und du daher recht viel Freude – nicht nur an ihren Mandelaugen – hast! Ist sie nicht die Leidenschaft in Person? Sie ist doch einfach vollkommen, oder?“
„Ach, was!“ Adam gestikulierte abwehrend. „Vollkommen ist sie überhaupt nicht, denn alle anderen Geschöpfe haben eine Gefährtin mit S e e l e , nur ich nicht!“
Der Herr griff fassungslos an seine Stirn: „Was willst du denn bloß ausgerechnet mit einer Gefährtin mit Seele? Bleib vernünftig, vielleicht stört das nur. Das Verfahren ist nicht erprobt. Außerdem sind die Seelen alle in der ganzen Schöpfung verteilt. Woher soll ich jetzt noch eine Seele nehmen? Das gesamte Produktionsaufkommen an Seelenmaterial ist verteilt!“
Adam aber hatte seinen störrischen Tag und bedrängte den Herrn so gut er konnte. Dieser wiederum mochte wohl sein Menschenkind nicht enttäuschen. Denn nach kurzer Überlegung kam ihm die uns allen aus dem Bibelunterricht bekannte Idee: Er schickte Adam in den Schlaf, entnahm aber nicht nur die Rippe, sondern auch die runde Adam-Seele. Die Adam-Seele teilte er je zur Hälfte auf Adam und die Rippe auf. Dann hauchte er der Rippe Odem, den Lebensatem ein. So also – und nicht anders – entstand Eva!
Der Rest ist auch aus der Bibel bekannt: Adam und Eva erwachten, erkannten einander und erfreuten sich ab sofort ihres seelischen und körperlichen Zusammenseins.
Waren nun a l l e zufrieden?
Nein, L i l i t h keineswegs! Etliche Zeitlang war sie weniger als sonst gefragt und fühlte sich aus diesem Grund arg zurückgesetzt. Sie schäumte vor Wut, lieh sich das Fell der Schlange und provozierte den bekannten Fall mit dem Apfel vom Baume des Paradieses. Vielen bunt schillernden Schlangen wird wohl allein deswegen heute noch häufig unrecht getan …
Allein, der Verlust des Paradieses wäre wohl für Adam und auch Eva – später auch für uns, die wir heute leben – zu verschmerzen gewesen; denn seelisch und körperlich abgerundete Gefährten überstehen bekanntlich viel, wenn nicht sogar alles.
Leider ergab sich eine mißliebige Konsequenz, an der wir alle heute noch zu knausern haben: Die wahrhaft runde Halb- und Halb-Seele wie damals im Paradies gibt es heute nicht mehr. Manche dieser Teile haben Scharten. Eine Hälfte oder beide Hälften klaffen ein wenig oder stark auseinander oder eine oder beide Hälften lappen auf die andere über, manche klemmen und klammern sehr unangenehm. Oft erscheint es den Partnern sogar beschwerlich bis unmöglich, mit der Seelenhälfte des anderen auszukommen, obwohl der Kopf das eigentlich will.
Aus diesem Grunde allein sind abends die Bahnhöfe, Discotheken und sonstige Treffpunkte so voll: So viele Menschen suchen nach der Seelenhälfte, die hundertprozentig zur eigenen paßt, ohne zu wissen, daß diese zu finden schier unmöglich ist, denn – siehe oben!
Nur die Menschen, die die Geschichte mit der Lilith, dieser personifizierten Leidenschaft, kennen, suchen vielleicht nicht gar so arg.
Zu diesem elitär kleinen Kreis von wissenden Personen gehören ab jetzt auch Sie als Leser/in dieser Zeilen.
Übrigens:
Dies ist, bitteschön, kein Auftakt zu einem theologischen Disput!
Cyber Februar 4, 2008
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Der Cyber, mancher glaubt es kaum,
ist keinesfalls rechtsfreier Raum.
Er ist voll Freaks und Fakes und Trollen
die mailen, posten was sie wollen.
Es ist ganz gut, solch Cyber-Nieten
beizeiten Einhalt zu gebieten.
Wenn man sowas Petzen nennt,
hat man das Kernproblem verpennt.
Wer Mobbing für Lappalie hält,
der weiß nichts von der Cyberwelt.
Ein Mobber wird sich nie genieren,
weiß nichts von Anstand und Manieren.
Er will andere einfach stören,
die sollen nicht dazu gehören.
Er selbst wird ständig zanken, geifern
und sich nur für sich selbst ereifern.
Von außen liest es sich nicht schön,
wenn im Thread Tiraden steh´n.
Sowas ist niemals unser Glück,
denn es fällt auf uns zurück.
Auch wenn sich dort viel Irre tummeln,
lohnt es sich nicht, im Forum zu schummeln.
Wer mir so schöne Sticker macht,
dem schicke ich Gedichte.
Die machen manchen schlechten Traum
in schwerer Nacht zunichte.
Ich habe sie mir ausgedacht
bei muntren Zecherrunden
als mir das Herz im Leib gelacht
nach langen Arbeitsstunden.
Da hab ich dann vor Lust gelacht
und Reime zu Papier gebracht!
CARPE DIEM
Anpassung? Februar 4, 2008
Posted by astromant in Er und Sie.add a comment
Anpassung? Nein, danke!
Zu den angepassten falsch angelernten Verhaltensweisen aus falsch verstandener Rücksichtsnahme gehören folgende Nachlässigkeiten (ich nenne sie gern „Marotten“), die oft zu einem unerfreulichen Ergebnis führen:
Jemandem anscheinend zuhören, obwohl man weder daran interessiert ist, noch einen Bezug zu dem hat, was der andere sagt (Ohren auf Durchgang … )
(Eine typische Bärenfalle wie ich in etwas anderem Zusammenhang heute wieder in einemParallel-Universum-Artikel lesen konnte. Da ging es um den Anfang eines Beziehungs-Versuchs.))
Die eigenen Bedürfnisse jederzeit zurückzustellen, wenn man glaubt, daß es der Beziehung zugute kommt (Der bitterste Vorwurf kommt dann in einem unkontrollierten Streitgespräch bei völlig unpassender Gelegenheit als „alte Kamelle“ zum Vorschein … )
Die sofortige Bereitschaft, seine oder ihre Bedürfnisse zu befriedigen (um des lieben(?) Friedens willen …)
Ganz schnell versuchen, einen Traumpartner oder eine besondere Verbindung zu erkennen
Geheimnisse preisgeben und die ganze Lebensgeschichte ausbreiten
Sich körperlich oder sexuell sofort angezogen fühlen, das ist total menschlich. Mit diesem Thema sind wir Menschenkinder innerhalb von einer Minute „durch“.
Eine „Verbindung“ einzugehen und dabei nicht einmal zu wissen, wie man jemandes Freund sein kann, tja, das …. ist ein gaaaanz anderes Ding!
Durch Dauerkontakt per Telefon, SMS, Mails, Messengers ein Gefühl von Nähe oder ein so genanntes Hochgefühl (Verliebt-sein) herzustellen und dabei im täglichen Leben alles andere stehen und liegen zu lassen?
Verlassen Sie sich darauf: Das ist früher oder später ätzend. Ich kenne eine Frau, die ihren „Schatz“ auf regelmäßige Anrufe „drillen“ wolltge. Raten Sie mal, wie lange der Mann das mitgespielt hat…
Sich von der Beziehung völlig ausgefüllt fühlen und sich diesem Gefühl auch ständig hingeben … (Das dürfte den Partner, der sich zunächst recht geschmeichelt fühlt, früher oder später arg belasten … )
Den anderen benutzen, um dem eigenen Leben zu entfliehen … einfach tödlich für die Harmonie … !
(Ich werde gern Artikel über Partnerwert folgen lassen.)
Die Beziehung zum Dreh- und Angelpunkt des Lebens zu machen … schnell öde!
Für alles, was in der Beziehung nicht richtig läuft, die Schuld und den Tadel auf sich nehmen?
Auch das macht die Sache schnell öde.
Selbst dann noch weitermachen, wenn das Ganze bereits die Wahnsinnsgrenze tangiert?
Nein und nochmals nein; so weit darf und braucht es bei Anwendung einer gewiisen Kommunikationskultur nicht kommen.
…
Vollständig in die Welt des anderen eintreten … (wie lange geht das gut?)
Akzeptieren von Eifersucht als Zeichen wahrer Liebe … oh je!
In der Beziehung seine Grenzen verlieren, sich nicht mehr oder kaum noch ausgrenzen können … na, bravo … das Chaos ist dann sicher vorprogrammiert…
Für die Beziehung unendliches Leid auf sich nehmen … oh ja, und das immer mit einem unterdrückten stummen Vorwurf dem Partner gegenüber, bis es rummst …
Nun denn:
Sie sehen ja, dass es gar nicht nötig ist, das Richtige zu tun. Man/frau muss nur das Falsche weglassen.
Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau
Die Fähigkeit, gesunde Beziehungen aufzubauen, zu stabilisieren und in ihnen zu leben, braucht ganz andere Voraussetzungen als in den einschlägigen Magazinen , nämlich:
Die grundlegende Beziehung ist die Beziehung der beiden Partner zu sich selbst.
Beide Partner sollten bis zu einem bestimmten Grad ein bestimmtes Maß an Wahrhaftigkeit sich selbst gegenüber erreicht haben, und bereitwillig die Verantwortung für sich übernehmen!
Wir sind den Einflüssen der Wirklichkeit ausgesetzt, die Wahrheit ist etwas ganz Unterschiedliches,
Um die Wahrnehmung der Menschen ist es nicht allzu gut bestellt, ja sie ist eher schlecht. Denn wir Menschen haben alle einen blinden Fleck im Auge. Nimmt man uns den weg, verlieren wir… das Augenlicht. (Ende des augenmedizinischen Teils*gg*)
Jeder Partner muß auf jeden Fall seine eigene Persönlichkeit wahren können.
Das ist eine Kunst, die man/frau üben muss.
Die Beziehung zu sich selbst ist gleichzeitig eine Quelle der Zufriedenheit, sie muß geduldig gepflegt werden, nur so ist Entwicklung möglich.
Zu jeder intakten Beziehung gehört die Unterstützung des Partners, was aber nicht bedeutet, sich nur noch auf diesen Partner zu konzentrieren.
Man braucht die Fähigkeit, mit der Entwicklung einer Beziehung zu warten
Wichtig: Die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sie zu akzeptieren und ihnen zu folgen;
selbstverständlich AUCH: den PartnerIn wichtig zu nehmen, aber ihn nicht ununterbrochen zu umsorgen … das ist früher oder später beinahe ätzend.
Nicht bereit sein, das eigene Leben nur in die Hände irgendeines anderen Menschen zu legen
Die Verantwortung für das eigene Leben zu akzeptieren und die Verantwortung des Partners für sein Leben anzuerkennen, aber ihn auf keinen Fall einseitig belasten.
Risiken auf sich nehmen
- Gefühle dann mitzuteilen, wenn man sie empfindet, aber auch nicht immer und schon gar nicht ohne angesagten Termin und erst recht nicht stundenlang.
- Grenzen zu wahren und sie zu respektieren
- Fähig zu sein, dem anderen etwas mitzuteilen, ohne hinterher Kontrolle auf dessen Reaktion auszuüben.
Die Astrologie lehrt: Das Leben ist eine Kette von Wiederholungen unter veränderten Umständen…
Menschen, die unter Beziehungsängsten leiden, trennen sich ununterbrochen, zunächst innerhalb der gleichen Partnerschaft und von derselben Person. Meist schaffen sie es aber nicht, ihren Partner/ihre Partnerin zu verlassen und werden meist vom so verunsicherten Partner verlassen.
In anderen, schnell neu aufgebauten (Pseudo-)Beziehungen erleben sie dann wieder das gleiche Muster: sie wollen sich nicht festlegen, geben dem Partner keine Sicherheit, arbeiten einer möglichen Trennung aber dennoch sehr stark entgegen. Die Gründe für das Scheitern wird meist beim anderen gesucht, aber gern auch der Grund dafür, ob die Beziehung gelingt oder nicht. Der Aufbau wie auch das Scheitern der Beziehung erfolgt meist nach ganz ähnlichen Mustern.
Der Grund für das vorprogrammierte Scheitern liegt häufig darin, daß ein gemeinsames Wachsen mit dem Partner nicht möglich ist, da es keine gemeinsame Zielperspektive gibt, z.B. Ehe, Kinder, Freizeitgestaltung, Zusammenziehen, eine Zukunftsvision entwickeln usw. Dem Problempartner geht es meist um einen Selbstzweck, nämlich den anderen für die Befriedigung seiner unerfüllten Bedürfnisse zu „benutzen“.
Es ist heute modern geworden, daß die Betroffenen davon sprechen: „Ich bin beziehungsunfähig.“ Und dies wird nicht als Makel angesehen, im Gegenteil, eine Studie hat gezeigt, daß sich jeder dritte Mann und jede fünfte Frau für beziehungsunfähig halten.
Die Gründe dafür sind aber viel weitgreifender, als daß sie nur in der aktuellen Beziehung analysiert werden könnten:
Fast 5000 Jahre beherrschten die Männer die Welt. Heute kann sich der Mann bei seiner Suche nach seiner Identität nicht mehr auf diese herkömmliche Tradition stützen. Er muß nicht mehr stark sein, und Frauen sehen in ihm nicht mehr den Herrscher. Dennoch ist die alte Tradition durch die Erziehung sowohl bei Männern wie auch bei Frauen als Norm noch in die Köpfe eingepflanzt.
Und so werden die Beziehungen zwischen Männern und Frauen unter dieser konflikthaften Last aufgebaut und geführt: Die neuen Rollen von Männern und Frauen und die herkömmlichen in den Köpfen verwurzelten Rollen zusammenzubringen und eine lebensfähige Beziehung daraus zu entwickeln.
Am Wasser Februar 4, 2008
Posted by astromant in Gedichte.Tags: Begehren, finden, suchen
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Begehren, suchen, finden
Ja, ich begehrte, ja ich suchte, ja, ich fand
perlmuttgekleidet endlich sie am Meeresstrand.
Nach einer kurzen Weile spreizte sie sich weit
als ich sie drückte in den weichen, kühlen Sand,
Sie war so feucht, weit offen und für mich bereit,
als ich begehrlich sie in meinen Händen wand.
Ich nahm sie sanft und wusch sie gleich im Wasser.
Da wurd die Muschel blass in meiner Hand.
Der alte Kollege Februar 4, 2008
Posted by astromant in Leben live.Tags: Beruf, Gesellschaft, Leben, Miteinander
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Im Stadtgebiet sah ich ihn l Wie hieß er noch … das ist doch der …
Eben war er an mir vorbeigegangen, etwas gebückt, im Feierabendgedränge der Düsseldorfer Innenstadt. Ein Schemen, ich hatte ihn nicht bewusst wahrgenommen.
Mein Unterbewusstsein signalisierte mir, dass ich ihn kennen musste, diesen älteren Herrn der da so unscheinbar meinen Weg kreuzte.
Ja, er war es wirklich, ein vertrauter Kollege aus meinen entschwundenen Industriekaufmanns-Jahren.
Verdammt, er sah alt aus. Er schien mir kleiner geworden zu sein als ich ihn in meiner Erinnerung in der Schublade für Fachkompetenz und soziale Kompetenz gespeichert hatte. Der Alltag hatte ihn wohl weniger gebeugt als das Alter selbst,
Kein Wunder eigentlich, dass sich Veränderungen zeigen, wenn man einander 10 – 12 Jährchen nicht gesehen hat. Er war ca. 20 Jahre älter als ich.
Das Feierabend-Gefühl trieb mich in die Richtung Parkhaus, aber meine Gedanken schwankten.
„Hallo, wie geht’s?“ rufen?
Nee. Weiter gehen, der kennt dich doch nicht mehr … Was kann er als Ruheständler, der er offensichtlich war, nach meinem Branchenwechsel mir schon erzählen, was für mich wichtig ist? Sie sind doch vorbei, unsere gemeinsamen Industrie-Jahre.
Eher einem Gefühl folgend, lief ich zurück. Es gab keinen rationalen Grund, ich folgte einem Gefühl dankbarer Erinnerung an die gemeinsame Arbeit während der Stahlkrise.
Ich tippte ihn an, ein Leuchten trat in seine etwas müden Augen. Ihn übermannte offensichtlich eine spontane Freude. „Schön, Sie mal zu sehen, nach so langer Zeit“ hörte ich ihn sagen. „oft habe ich mich gefragt, wie es Ihnen ergangen ist.“ sagte er.
Schnell kamen die Bilder hoch aus der Zeit, als er – 20 Jahre älter – mein Abteilungschef und mein Mentor war: Die Mini-Karriere an seiner Seite, die Konferenzen, die kleinen Vorstands-Intrigen die auszubaden waren, die vielen Erfolge! Ein Stückchen pralle Arbeitswelt, schön aufregend und wunderbar…
Die Passanten nahmen wir gar nicht mehr wahr.
Immer wieder werde ich mir für „so was“ Zeit nehmen, beschloss ich vorab.
Wir waren versunken in die Zeiten, die sicher anstrengender und entbehrungsreicher waren, als sie uns jetzt erschienen. Und ich bemerkte seine Freude, als ich ihm gestand, wie sehr er mir damals geholfen hat, wie viel mir die Zeit mit ihm persönlich bedeutet hat.
Dann trennten wir uns.
Nach wenigen Augenblicken schaute ich ihm noch einmal nach. Ja, tatsächlich, er ging schneller als vorher und zwar in aufrechter Haltung, nicht gebückt.
Ganz so, als ob es plötzlich in seinem stillen Rentnerleben einen Ruck gegeben hätte, der eine verkrustete Oberfläche aufgebrochen hat.
Gut, dass ich umgekehrt bin, so ging es mir durch den Kopf.
Ich fühlte mich beschenkt von der Begegnung.
Die wollte ich zuerst vermeiden, weil das Zusammentreffen mit den Alten aus den „uralten“ Zeiten einem doch so goooaar nichts bringt…
Frühlingsbekanntschaft Februar 4, 2008
Posted by astromant in Er und Sie, Leben live.add a comment
Frühlingsbekanntschaft
oder
Unverhofft kommt oft
Rosabunte Bonbonfarben stören frühlingshaft die Sicht
Herzen um die Menschen schweben, viele lächeln, manche nicht.
Schwingend-leicht wie eine Feder ist der Menschen Gang zur Zeit.
Keiner scheint dem andern böse. Frühling! Bald ist es so weit!
Die Menschen möchten sich umarmen, trauen sich das meistens nicht.
Manche flirten unverhohlen, andre üben den Verzicht.
Keiner kann dir etwas wollen, du bist einfach zu gut drauf,
Pfeife, singe, summe, lache! Blicke? Nimmst du gern in Kauf!
Das Leben hat ´nen Schub bekommen! Vorbeivorbei die graue Zeit!
Du dachtest nicht an die Begegnung, doch auf einmal wars so weit!
Hast deinen Prinzen übersehen, weil du so in Eile warst
und hast ihn an- und umgerempelt, wobei ´ne Flasche Sekt zerbarst!
Im Supermarkt ist es geschehen, da hat es plötzlich Klick gemacht
Augen, Haare, Charisma, eine wahre Männerpracht!
Der Schaden wurd zu guter Letzt
durch tausend Küsse schnell ersetzt.
Manchmal ist es zu spät Februar 3, 2008
Posted by astromant in Leben live.add a comment
Aufräumen? Mein Arbeitszimmer aufräumen?
Sowas gibt es bei mir nur im äußersten Notfall.
Dieser Notfall war eingetreten.
Bei einer solchen Aufräumen erreichte mich ein Brief. Einer von der Sorte, die neutral mit
Maschine geschrieben werden.. Er sah schon so aus, wie die Briefe, die nichts Gutes verheißen.
So war es auch. Der Brief brachte mir die Nachricht vom Tode eines ehemaligen Kollegen.
Daß wir uns Monate nicht gesehen hatten, war, geschäftlich betrachtet normal.
Das also konnte nicht der Grund für meine seltsame Vorahnung nicht sein,
In Sekunden erreichte mich eine Art Traurigkeit, die ich sonst kaum kenne.
Es drängte sich ein zweiter Gedanke in den Vordergrund; der betraf nicht den Verstorbenen, sondern mich selbst.
Es gibt Bilder, die die Erinnerung wundersamerweise für üns bereithält.
Die Erinnerung an unseren letzten gemeinsamen Abend in unserem Lieblings-Speiserestaurant tauchte auf.
Im milden Licht des Restaurant-Tisches schien er älter geworden zu sein >es gab eine Attacke, ja, aber nun ist es wieder gut und die Geschäftspläne werden weiter verfolgt< usw.
Wir lachten gemeinsam über unsere in früheren Zeiten geplatzten Geschäfts-Träume und freuten uns über die weit kleineren Erfolge der Jetzt-Zeit. Geschäftsreisen, möglichst gemeinsame, wurden geplant; beim Abschied waren wir positiv aufgeladen.
Wir nahmen uns vor, nicht wieder so lange Zeit vergehen zu lassen…“
Und dann?
Nun, die Zeit verging doch.
Und ich las nochmals die Nachricht seiner Frau, die auch namens der fast erwachsenen Kinder den Verlust und ihre Trauer mitteilt.
Die Worte „Wir telefonieren bald…“ gingen mir nach. Umso mehr, als unsereins ja täglich stündlich neben eben diesem Telefon sitzt.
Abschied von guten Kameraden, liebenswürdigen Kollegen und guten Freunden geht immer schnell. Man sieht sich … keine Zeit für Sentimentalitäten also …
War das Scham, was ich da empfand? Wieso hatte ich bei dem Erhalt der Nachricht mehr an mich als an ihn gedacht?
Warum traf mich die Erinnerung an meine Worte „Wir telefonieren bald …“ schier wie Gongschläge? Wer hatte wem den Anruf in Aussicht gestellt? Ja, als fast freundschaftlich orientierte Kollegen sagten wir locker „Wer zuerst dran denkt … „ usw.
Aber, verflixt … warum habe ich, der Weihnachtskarten- und Geburtstagskarten-Schreiber, nicht angerufen?
Das Nachdenken über das Rätselhafte in uns kann für Augenblicke das Mitleid zur Seite drängen.
Das Gewissen springt uns an.
Und dann ist sie da: Die zweite Traurigkeit.
Der dressierte Mann Februar 3, 2008
Posted by astromant in Er und Sie.add a comment
Der Begriff „undressierter Mann“ wird hier nicht zu klären sein.
Den Begriff „Der dressierte Mann“ hat die Leserschaft einem Buchtitel von Esther Vilar zu verdanken, die Mann-Frau-Themen in ihren Büchern dargestellt hat.
Nein, sie hat sich mit dem Buch bei Alice Schwarzer nicht beliebt gemacht; die Emma-Redakteurinnen mögen geschäumt. haben.
Esther Vilar .drehte den Emanzipations-Spieß um und warf den Frauen vor, die Männer zu dressieren. Die Gegenleistung: Sie stellt ihm „ihre Vagina in bestimmten Intervallen zur Verfügung“. Sie entlarvte ihre Geschlechtsgenossinnen als hartgesottene Ausbeuterinnen, die allein aus ihrer Anatomie gehörig Kapital schlagen.
Besonders krass finde ich ihre Gleichsetzung der ganz gewöhnlichen Arbeitsverhältnisse mit Prostitution. Der Mann schafft Geld an und die Frau spielt den Zuhälter. Der Arbeitgeber als Bordellbetreiber und der Konsument als „Kunde“. Die gesellschaftskritische Sicht der Dinge zeigt: Esther Vilar steht politisch sicher auch weit links von Alice Schwarzer.
Ihr Konzept der Teilzeitarbeit, 5-Stundengesellschaft hatte damals sogar bei Willy Brandt Beachtung gefunden . Es ist als Modell wahrer Gleichberechtigung und Emanzipation sicher auch heute noch von großem Interesse.
Das Buch ist brillant, lustig, provozierend geschrieben.
Esther Vilar reizte selbstverständlich zum Widerspruch. Aber wer will ihr damals wie heute widersprechen?
In der Presse wurde sie damals „Karl Marx der Männer“ genannt, u. a. auch wegen ihrer Ideen zum „Job-Sharing“, und Teilzeit-Arbeit. Mit vielen ihrer Ideen hatte sie damals schon Recht.
Was die Vilar vom Verhältnis der Frauen untereinander schreibt, ist unbedingt lesenswert.
Sie war die erste Männerrechtlerin der literarischen Szene.
Esther Vilar ist eine geniale Frau, Künstlerin, Wissenschaftlerin und ansehnlich war sie obendrein; die Pressefotos zeigten eine gut aussehende Frau.
Alice Schwarzer verdammte dieses Buch als frauenfeindlich und hätte es wohl am liebsten ganz verboten. Kritik an Frauen ist verpönt. In den Worten von Esther Vilar: „Man darf Frauen – auch und vor allem als Frau – nur hinter vorgehaltener Hand kritisieren, kann Zustimmung nur hinter geschlossenen Türen erwarten.“
Dieser Satz kennzeichnet die tatsächliche Stellung der Geschlechter in unserem Land.
In den letzten 30 Jahren hat sich am Thema nicht viel geändert. Esther Vilar schreibt auf höchstem Niveau, transparent und klar. Das Buch könnte als Satire durchgehen, weil sie witzig und klar schreibt.
Esther Vilar war sich ihres Tabubruchs bewusst und wenn sie in diesem Buch von den „dummen“ und „“blöden“ Frauen sprach, war auch dies als bewusste gesellschaftliche Tabuverletzung zu verstehen.
Die wahre Gleichberechtigung haben wir wohl erst dann erreicht, wenn Bücher wie „Der dressierte Mann“ keine Rarität mehr sind.
Männer sind herausragende Persönlichkeiten …
humorvoll, stilvoll, kommunikativ,
stets an Problemlösungen in der Beziehung interessiert,
rücksichtsvoll, familienorientiert, selbstlos, erotisch,
duschen regelmäßig, haben sehr gepflegte Fußnägel,
kritikfähig … werden nach konstruktiver Kritik eher besser …
Hallo! Februar 3, 2008
Posted by astromant in Lebenseinstellung.add a comment
Wissen Sie, was uns am meisten blockiert?
Es sind der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter.
Napoleon sagte: „Die Saison mache ich!“
Mein Motto:
„Freu dich, wenn es regnet. Wenn Du Dich nicht freust, regnet es auch!“
Die meisten Menschen verhalten sich leider wie Raupen: Sie können sich nicht vorstellen einmal wirklich FORTSCHRITTE zu machen.
Wann haben Sie das Wort Begeisterung das letzte Mal im Mund gehabt?
Könnten Sie jetzt voller Überzeugung sagen, daß Sie ein begeisterter und leidenschaftlicher Mensch sind? Ein Mensch, der seine Gefühle ausdrücken kann, der voller Überzeugung für sein Unternehmen, sein Produkt und vor allem auch für sich selbst eintritt?
Wenn ja, dann freue ich mich für Sie!
winkt
Bernd
astromant
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