Wir und die Zeit März 31, 2008
Posted by astromant in Leben live, Lebenseinstellung, Mensch und Gesellschaft.add a comment
Die Zeit vergeht und unsere Tage schwinden.
Bist selber schuld, wenn Du nichts ändern magst!
Was nutzt es Dir, im Cyber laut zu klagen,
wenn Du im Alltag nicht zu klagen wagst?
Idee und Wirklichkeit? Ach, die… sind immer Gegner,
da hilft Erfahrung nicht und nicht die Abendland-Kultur.
Natur – Kultur sind Wild mal und mal Jäger
da hilft kein Doppel-Schnaps, genießt Du ihn auch pur!
Nicht das Leben ist es nein, vielmehr der Mensch
der sich stets durch die Enttäuschung motivieret
und wenn Du einst das Zaubermittel kennsch
behalt´s für Dich, sonst bist Du baldigst abservieret.
Wer niemals wagt, der sicher nie gewinnet
wagst Du zu viel, bist pleite Du sehr bald
wenn jede Hoffnung nun im Schuldenberg zerrinnet
wird Dir um Herz und Seele furchtbar kalt.
Nein, ich hab nicht das Mittel anzubieten
durch das die Wünsche wachsen die dereinst erfüllt!
Es werden sicher nicht Genies aus all den Nieten
die unsre Weiber vor der jetzigen Schul gestillt!
Doch ab und zu trifft, wie in der Antike,
man auf ´nen außerordentlich begabten Geist.
Lässt man ihn wachsen mit dezent Kritike
wird zum Gedeihen er vielleicht nicht allzu dreist.
Carla Bruni – Femme fatale 2007 – 2008 Februar 14, 2008
Posted by astromant in Er und Sie, Leben live, Mensch und Gesellschaft.Tags: Eklat, Eros, Erotik, Liebe, Power
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Carla Bruni – Femme fatale 2008 ?
Mit etwas frivolem Interesse habe ich die Real-Seifenoper verfolgt, weil ich zur Zeit keine Lieblingsserie im TV habe. Soap-Story-Potential gibt es da ja genug!
Internet und andere Recherche ermöglicht einen schnellen Überblick über die Lovers der Carla, Europas „Femme fatale 2007/2008“ Sarkozy soll eine Woche vor der neuerlichen Eheschließung mit seiner Ex wegen Neuanfang etc. gesimst haben, eine köstliche Posse, die man einem TV-Regisseur kaum abkaufen würde.
Sarkozy liegt mit seinen 52 Jahren etwas unter dem Alters-Durchschnitt der anderen Lover, der bei 57 Jahren liegt. Zwischen Sean Connery und dem jüngsten Beau Raphael Enthoven, Jahrgang 1977, liegen 47 Jahre Altersunterschied, immerhin.
Sarkozy, 52 Jahre alt, passt in Carlas Beute-Schema. Kein Deutscher, kein Farbiger, kein Chinese war bisher in der Liste der Glücklichen vertreten.
Carla pendelt im exakten Tack-Tack-Rhythmus eines Metronoms zwischen Amis, Franzosen und Briten hin und her, Mehr als ein Drittel der Staffel sind Schauspieler. Auf Schauspieler folgt Intellektueller, dann Musiker und wieder Schauspieler.
Es darf daher angenommen werden, dass der Nachfolger von Sarkozy keinesfalls Franzose oder Politiker sein wird, sondern Brite oder Ami. Kevin Costner gab es schon; Richard Gere hat Chancen. Horst Seehofer ist aus dem Geschäft und der andere „Kandidat“ aus der deutschen Politik ist Carla sicher zu langweilig.
Kümmert mich das? Wieso schreibe ich das?
So toll sieht Carla doch gar nicht aus… !
Der alte Kollege Februar 4, 2008
Posted by astromant in Leben live.Tags: Beruf, Gesellschaft, Leben, Miteinander
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Im Stadtgebiet sah ich ihn l Wie hieß er noch … das ist doch der …
Eben war er an mir vorbeigegangen, etwas gebückt, im Feierabendgedränge der Düsseldorfer Innenstadt. Ein Schemen, ich hatte ihn nicht bewusst wahrgenommen.
Mein Unterbewusstsein signalisierte mir, dass ich ihn kennen musste, diesen älteren Herrn der da so unscheinbar meinen Weg kreuzte.
Ja, er war es wirklich, ein vertrauter Kollege aus meinen entschwundenen Industriekaufmanns-Jahren.
Verdammt, er sah alt aus. Er schien mir kleiner geworden zu sein als ich ihn in meiner Erinnerung in der Schublade für Fachkompetenz und soziale Kompetenz gespeichert hatte. Der Alltag hatte ihn wohl weniger gebeugt als das Alter selbst,
Kein Wunder eigentlich, dass sich Veränderungen zeigen, wenn man einander 10 – 12 Jährchen nicht gesehen hat. Er war ca. 20 Jahre älter als ich.
Das Feierabend-Gefühl trieb mich in die Richtung Parkhaus, aber meine Gedanken schwankten.
„Hallo, wie geht’s?“ rufen?
Nee. Weiter gehen, der kennt dich doch nicht mehr … Was kann er als Ruheständler, der er offensichtlich war, nach meinem Branchenwechsel mir schon erzählen, was für mich wichtig ist? Sie sind doch vorbei, unsere gemeinsamen Industrie-Jahre.
Eher einem Gefühl folgend, lief ich zurück. Es gab keinen rationalen Grund, ich folgte einem Gefühl dankbarer Erinnerung an die gemeinsame Arbeit während der Stahlkrise.
Ich tippte ihn an, ein Leuchten trat in seine etwas müden Augen. Ihn übermannte offensichtlich eine spontane Freude. „Schön, Sie mal zu sehen, nach so langer Zeit“ hörte ich ihn sagen. „oft habe ich mich gefragt, wie es Ihnen ergangen ist.“ sagte er.
Schnell kamen die Bilder hoch aus der Zeit, als er – 20 Jahre älter – mein Abteilungschef und mein Mentor war: Die Mini-Karriere an seiner Seite, die Konferenzen, die kleinen Vorstands-Intrigen die auszubaden waren, die vielen Erfolge! Ein Stückchen pralle Arbeitswelt, schön aufregend und wunderbar…
Die Passanten nahmen wir gar nicht mehr wahr.
Immer wieder werde ich mir für „so was“ Zeit nehmen, beschloss ich vorab.
Wir waren versunken in die Zeiten, die sicher anstrengender und entbehrungsreicher waren, als sie uns jetzt erschienen. Und ich bemerkte seine Freude, als ich ihm gestand, wie sehr er mir damals geholfen hat, wie viel mir die Zeit mit ihm persönlich bedeutet hat.
Dann trennten wir uns.
Nach wenigen Augenblicken schaute ich ihm noch einmal nach. Ja, tatsächlich, er ging schneller als vorher und zwar in aufrechter Haltung, nicht gebückt.
Ganz so, als ob es plötzlich in seinem stillen Rentnerleben einen Ruck gegeben hätte, der eine verkrustete Oberfläche aufgebrochen hat.
Gut, dass ich umgekehrt bin, so ging es mir durch den Kopf.
Ich fühlte mich beschenkt von der Begegnung.
Die wollte ich zuerst vermeiden, weil das Zusammentreffen mit den Alten aus den „uralten“ Zeiten einem doch so goooaar nichts bringt…
Frühlingsbekanntschaft Februar 4, 2008
Posted by astromant in Er und Sie, Leben live.add a comment
Frühlingsbekanntschaft
oder
Unverhofft kommt oft
Rosabunte Bonbonfarben stören frühlingshaft die Sicht
Herzen um die Menschen schweben, viele lächeln, manche nicht.
Schwingend-leicht wie eine Feder ist der Menschen Gang zur Zeit.
Keiner scheint dem andern böse. Frühling! Bald ist es so weit!
Die Menschen möchten sich umarmen, trauen sich das meistens nicht.
Manche flirten unverhohlen, andre üben den Verzicht.
Keiner kann dir etwas wollen, du bist einfach zu gut drauf,
Pfeife, singe, summe, lache! Blicke? Nimmst du gern in Kauf!
Das Leben hat ´nen Schub bekommen! Vorbeivorbei die graue Zeit!
Du dachtest nicht an die Begegnung, doch auf einmal wars so weit!
Hast deinen Prinzen übersehen, weil du so in Eile warst
und hast ihn an- und umgerempelt, wobei ´ne Flasche Sekt zerbarst!
Im Supermarkt ist es geschehen, da hat es plötzlich Klick gemacht
Augen, Haare, Charisma, eine wahre Männerpracht!
Der Schaden wurd zu guter Letzt
durch tausend Küsse schnell ersetzt.
Manchmal ist es zu spät Februar 3, 2008
Posted by astromant in Leben live.add a comment
Aufräumen? Mein Arbeitszimmer aufräumen?
Sowas gibt es bei mir nur im äußersten Notfall.
Dieser Notfall war eingetreten.
Bei einer solchen Aufräumen erreichte mich ein Brief. Einer von der Sorte, die neutral mit
Maschine geschrieben werden.. Er sah schon so aus, wie die Briefe, die nichts Gutes verheißen.
So war es auch. Der Brief brachte mir die Nachricht vom Tode eines ehemaligen Kollegen.
Daß wir uns Monate nicht gesehen hatten, war, geschäftlich betrachtet normal.
Das also konnte nicht der Grund für meine seltsame Vorahnung nicht sein,
In Sekunden erreichte mich eine Art Traurigkeit, die ich sonst kaum kenne.
Es drängte sich ein zweiter Gedanke in den Vordergrund; der betraf nicht den Verstorbenen, sondern mich selbst.
Es gibt Bilder, die die Erinnerung wundersamerweise für üns bereithält.
Die Erinnerung an unseren letzten gemeinsamen Abend in unserem Lieblings-Speiserestaurant tauchte auf.
Im milden Licht des Restaurant-Tisches schien er älter geworden zu sein >es gab eine Attacke, ja, aber nun ist es wieder gut und die Geschäftspläne werden weiter verfolgt< usw.
Wir lachten gemeinsam über unsere in früheren Zeiten geplatzten Geschäfts-Träume und freuten uns über die weit kleineren Erfolge der Jetzt-Zeit. Geschäftsreisen, möglichst gemeinsame, wurden geplant; beim Abschied waren wir positiv aufgeladen.
Wir nahmen uns vor, nicht wieder so lange Zeit vergehen zu lassen…“
Und dann?
Nun, die Zeit verging doch.
Und ich las nochmals die Nachricht seiner Frau, die auch namens der fast erwachsenen Kinder den Verlust und ihre Trauer mitteilt.
Die Worte „Wir telefonieren bald…“ gingen mir nach. Umso mehr, als unsereins ja täglich stündlich neben eben diesem Telefon sitzt.
Abschied von guten Kameraden, liebenswürdigen Kollegen und guten Freunden geht immer schnell. Man sieht sich … keine Zeit für Sentimentalitäten also …
War das Scham, was ich da empfand? Wieso hatte ich bei dem Erhalt der Nachricht mehr an mich als an ihn gedacht?
Warum traf mich die Erinnerung an meine Worte „Wir telefonieren bald …“ schier wie Gongschläge? Wer hatte wem den Anruf in Aussicht gestellt? Ja, als fast freundschaftlich orientierte Kollegen sagten wir locker „Wer zuerst dran denkt … „ usw.
Aber, verflixt … warum habe ich, der Weihnachtskarten- und Geburtstagskarten-Schreiber, nicht angerufen?
Das Nachdenken über das Rätselhafte in uns kann für Augenblicke das Mitleid zur Seite drängen.
Das Gewissen springt uns an.
Und dann ist sie da: Die zweite Traurigkeit.