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Wir und die Zeit März 31, 2008

Posted by astromant in Leben live, Lebenseinstellung, Mensch und Gesellschaft.
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Die Zeit vergeht und unsere Tage schwinden.
Bist selber schuld, wenn Du nichts ändern magst!
Was nutzt es Dir, im Cyber laut zu klagen,
wenn Du im Alltag nicht zu klagen wagst?
Idee und Wirklichkeit? Ach, die… sind immer Gegner,
da hilft Erfahrung nicht und nicht die Abendland-Kultur.
Natur – Kultur sind Wild mal und mal Jäger
da hilft kein Doppel-Schnaps, genießt Du ihn auch pur!

Nicht das Leben ist es nein, vielmehr der Mensch
der sich stets durch die Enttäuschung motivieret
und wenn Du einst das Zaubermittel kennsch
behalt´s für Dich, sonst bist Du baldigst abservieret.
Wer niemals wagt, der sicher nie gewinnet
wagst Du zu viel, bist pleite Du sehr bald
wenn jede Hoffnung nun im Schuldenberg zerrinnet
wird Dir um Herz und Seele furchtbar kalt.

Nein, ich hab nicht das Mittel anzubieten
durch das die Wünsche wachsen die dereinst erfüllt!
Es werden sicher nicht Genies aus all den Nieten
die unsre Weiber vor der jetzigen Schul gestillt!
Doch ab und zu trifft, wie in der Antike,
man auf ´nen außerordentlich begabten Geist.
Lässt man ihn wachsen mit dezent Kritike
wird zum Gedeihen er vielleicht nicht allzu dreist.

Karfreitag – Ostern immer aktuell März 22, 2008

Posted by astromant in Lebenseinstellung, Mensch und Gesellschaft.
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Das nächste Osterfest kommt bestimmt!

Konzentrieren wir uns auf die Gretchenfrage.Welche Fragen sind das?Das Menschsein Christi wurde schon in den 1950er Jahren nicht geleugnet.

Anders sieht es mit der Gottheit Christi aus.

Die Gretchenfrage muss so beschaffen sein, dass sie jedes Jonglieren mit Begriffen ausschließt.

Welches ist diese Gretchenfrage?

Eine der vielen Fragen lautet:
“Hat der historische Jesus, als er am Kreuze litt, mich gekannt?”

Diese Frage ist dogmatisch entscheidend, weil sie zeigt, ob man mit dem Glauben an die Gottheit Jesu Christi Ernst macht, und sie ist gleichzeitig existentiell und spirituell von höchster Bedeutung, weil sie entscheidende Konsequenzen für meine Christusbeziehung hat.

Nur wenn ich sie ohne Zögern bejahe, kann ich jene persönliche Beziehung zu Christus aufbauen, die er von mir erwartet.

Der Gekreuzigte hat mich gekannt.

Überlegen wir uns, was das bedeutet.

Sein Tod war höchste Liebestat.

“Niemand hat eine größere Liebe als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde” (Joh 15,13).

Das bedeutet: Der historische Jesus am Kreuz hat mich nicht nur gekannt, er hat mich auch geliebt!

Aus Liebe zu mir ist er gestorben. Er ist nicht für eine anonyme Masse gestorben. Er ist gestorben für Dich und mich, und er wusste es.

Er wusste und wollte es, weil er Dich und mich geliebt hat.

Die Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens, auf welche die meisten Exegeten so großen Wert legen, ist völlig fehl am Platz, wenn dadurch die Geltung der christologischen Glaubensaussagen auf den Christus des Glaubens beschränkt werden soll.

Dann gelten sie nicht mehr dem historischen Jesus.

Dann ist der Christus des Glaubens nichts anderes als ein frommer Selbstbetrug, und seine Liebe zu mir nützt mir nichts, weil es sie in der historischen Wirklichkeit niemals gegeben hat.

Trotzdem an einem solchen Christus des Glaubens festzuhalten, bedeutet zu sagen: „Ich halte es für wahr, weil es so schön ist.”

Ich dagegen halte es seit meinen Konfirmandenzeiten für schön, weil es wahr ist.

Wenn ich diese Wahrhaftigkeit glaube, wandelt sich mein Leben.

Noch etwas:

Wißt Ihr, was für mich das Schönste an der Osterbotschaft ist?
Jesus hatte zahlreiche Wunden nicht nur am Körper; es gab sicher auch seelische Wunden. Gerade weil er Gottes Sohn ist, war seine Menschenseele bestimmt so verletzlich wie unser aller Seele. In seinen letzten Stunden in Freiheit umgab er sich mit Freunden, die erfüllt waren von mutiger, nichts fordernder Liebe.

Solche Menschen gibt es auch heute in modernster Zeit. In ihnen und durch die Liebe lebt er weiter und dadurch erhält das Wort Auferstehung immer wieder ganz besonderen Sinn.

März 17, 2008

Posted by astromant in Leben live, Lebenseinstellung.
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“29 ist schon schlimm genug. Wenn ich jemals 30 werde – ich weiß nicht, was ich dann tu. Ich habe schon ein schlimmes Problem damit, erwachsen, alt und schrumpelig zu werden, Dinge tun zu müssen, die ich nicht tun will. Morgens früh aufzustehen, jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Ätzend. Vielleicht versuche ich deshalb krampfhaft, mich wie ein Kind zu benehmen und mit Rollerblades bei Rot über Ampeln zu fahren.”

Anonym, aus dem Internet … na bravo!

Ein Hoch auf die Herrschaften der Null-Bock-Generation!

Ja, wann endet die Jugend?

Wann ist ein Erwachsener tatsächlich ausgewachsen? Wenn er Rente zahlt? Wenn er seinen eigenen Kühlschrank füllt? Wenn er ein Gehalt bezieht, eine Waschmaschine kauft, sein erstes weißes Haar entdeckt und ausreißt, heiratet, einen Steuerberater beschäftigt, Kinder großzieht?

Niemand weiß mehr so recht, was das ist, ein Erwachsener, und womit es beginnt, das Erwachsenenleben. Auch die Wissenschaft nicht.

Die üblichen Merkmale verschieben sich, weil sie immer weiter auseinander driften.

Es ist derzeit so: Die Biologie stampft aufs Gaspedal, drängt Mädchen und Jungen im Schnitt/Schritt ;-) schon mit elf, zwölf Jahren oder früher (Mädchen haben manchmal die erste Blutung mit 8 (!) Jahren) in die Pubertät.

Doch Kopf und Herz und Umstände treten auf die Bremse, lassen sie erst Jahrzehnte später erst Arbeitnehmer, Mutter oder Vater werden.

Anatomisch frühreif, sozial Spätentwickler … Eine Gegenläufigkeit der Lebensläufe, die das Leben keineswegs vereinfacht.

Vom Team des Heiner Meulemann vom Institut für Angewandte Sozialforschung der Universität Köln hören/lesen wir: Das Team begleitete 3240 Gymnasiasten von der Jugend in die Lebensmitte, beginnend 1969 im 16. Lebensjahr der Schüler, endend 1997 im 43. Jahr der nunmehr ausgewachsenen Erwachsenen. Noch mit 30 Jahren waren ein Viertel der Männer und acht Prozent der Frauen nicht im Berufsleben angekommen; nur zwei Drittel hatten bis zum 30. Geburtstag geheiratet, nur 46 Prozent waren Eltern geworden.

Gefragt, ob sie sich erwachsen fühlten, antworteten bloß drei Viertel im 30. Jahr mit Ja.

Warum? Weil die Generationen davor, die Eltern und Großeltern, die Generationen danach nicht mehr anleiten (können … ) im Erwachsensein/Erwachsenwerden.

Und weil das “lineare Modell” der Alten – Schule, Lehre oder Studium, Beruf, Heirat, Familie – nicht länger das Referenzsystem ist, in dem sich die Jungen bewegen.

Und weil sich das “zyklische Modell” durchgesetzt hat, dessen Hauptmerkmal die “permanente Veränderung” ist, wie es der Sozialwissenschaftler Frederic M. Hudson nennt.

Die Gewissheit der Älteren, richtig zu leben, ersetzt die Sicherheit der Jüngeren, dass nichts sicher ist, weder Job noch Liebe.

“Wir dürfen uns nicht mehr darauf verlassen, dass mit einer bestimmten Lebensphase auch bestimmte Probleme, Fragen und Aufgaben erledigt sind”, erklärt Günter Mey.

Verpflichtet, lebenslang flexibel zu bleiben und ebenso lang zu lernen, gewähre man dem Einzelnen im Gegenzug die Freiheit, noch mit 50 Tretroller oder Inlineskater zu fahren. Zum Beispiel. “Tagtäglich müssen wir uns neu entwerfen, sagt Mey, “uns fragen, ,wer bin ich, was will ich, wer war ich`”. Ist das nicht anstrengend?

Sehr anstrengend zuweilen, denn das zyklische Modell des Lebens wurde ohne Bedienungsanleitung geliefert.

So gerät die Gesellschaft zum Labor, die neuen Mittelalten werden zu Selbsterforschern, die stets neue Versuchsreihen starten, um herauszufinden, was geht und was nicht.

Diesen Ego-Experimenten räumen einige Entwicklungspsychologen ein eigene Zeit ein; sie schieben eine vierte Lebensphase nach Kindheit und Jugend und vor das Erwachsenenalter: emerging adulthood , das “auftauchende Erwachsenenalter”.

Und spätestens hier schüttele ich als Euer Forumsschreiber den Kopf.

Der US-Psychologe Jeffrey Jensen Arnett sieht diese Nachreifungszeit mit 18 beginnen, mit 25 enden. In den Jahren dazwischen sei der Mensch recht unabhängig von normativen Erwartungen; aus der Abhängigkeit des Kindes entlassen, von der Verantwortung des Erwachsenen noch befreit. Erwachsen auf Probe sozusagen.

Dazu passend hat sich gleich ein neues Lebensmodell etabliert, von Jugendforschern “Hotel Mama” genannt. “Dessen Gäste wohnen so lange wie möglich bei ihren Eltern, lassen sich von diesen – teils auch finanziell – versorgen, bestimmen ansonsten aber selbst, was sie tun oder lassen”, erklärt Günter Mey.

Ich nenne das glatte Reifeverweigerung. Nicht, weil es bloß bequem wäre. Zumeist halten einen wohl Unsicherheit und Überforderung daheim. Aus dem gleichen Grund reisen andere nie aus dem Kinderland aus. Sie verklären die ersten Lebensjahre, in denen sie glaubten, dass Smarties besser seien als Geld, weil man sie essen kann.

Indes: “Der Messlatte des Erwachsenen kann man sich bis zum 30. Lebensjahr entziehen, aber nicht mehr viel länger”, urteilt der Kölner Soziologe Heiner Meulemann.

Dafür braucht man eigentlich auch keine akademische Ausbildung.

Es wird also Zeit also, ein in die Jahre gekommenes Sprichwort zu verschrotten:

Man darf eben doch nicht ewig so jung sein, wie man sich (an)fühlt.

Astromant

CARPE DIEM

Carla Bruni – Femme fatale 2007 – 2008 Februar 14, 2008

Posted by astromant in Er und Sie, Leben live, Mensch und Gesellschaft.
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Carla Bruni – Femme fatale 2008 ?

 

Mit etwas frivolem Interesse habe ich die Real-Seifenoper verfolgt, weil ich zur Zeit keine Lieblingsserie im TV habe. Soap-Story-Potential gibt es da ja genug!

 

Internet und andere Recherche ermöglicht einen schnellen Überblick über die Lovers der Carla, Europas „Femme fatale 2007/2008“ Sarkozy soll eine Woche vor der neuerlichen Eheschließung mit seiner Ex wegen Neuanfang etc. gesimst haben, eine köstliche Posse, die man einem TV-Regisseur kaum abkaufen würde.

 

Sarkozy liegt mit seinen 52 Jahren etwas unter dem Alters-Durchschnitt der anderen Lover, der bei 57 Jahren liegt. Zwischen Sean Connery und dem jüngsten Beau Raphael Enthoven, Jahrgang 1977, liegen 47 Jahre Altersunterschied, immerhin.

 

Sarkozy, 52 Jahre alt, passt in Carlas Beute-Schema. Kein Deutscher, kein Farbiger, kein Chinese war bisher in der Liste der Glücklichen vertreten.

 

Carla pendelt im exakten Tack-Tack-Rhythmus eines Metronoms zwischen Amis, Franzosen und Briten hin und her, Mehr als ein Drittel der Staffel sind Schauspieler. Auf Schauspieler folgt Intellektueller, dann Musiker und wieder Schauspieler.

 

Es darf daher angenommen werden, dass der Nachfolger von Sarkozy keinesfalls Franzose oder Politiker sein wird, sondern Brite oder Ami. Kevin Costner gab es schon; Richard Gere hat Chancen. Horst Seehofer ist aus dem Geschäft und der andere „Kandidat“ aus der deutschen Politik ist Carla sicher zu langweilig.

 

Kümmert mich das? Wieso schreibe ich das?

So toll sieht Carla doch gar nicht aus… !

Leidenschaft Februar 13, 2008

Posted by astromant in Gedichte.
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Leidenschaft

Wenn ich könnte
so würde ich in weiter Ferne
den Mond vom Himmel holen
und die leuchtenden Sterne

wenn es ginge
so würde ich um dich herum sein,
den Frühling malen mit all den Blumen
die ich in deinen Augen erspähe

wenn wir dürften
so würde ich mit dir lauthals lachen
singen und jubeln
und dumme Sachen machen

wenn es uns erlaubt wäre
nur einen Funken zu versprühen
einen Augenblick – nur einen winzigen
vor lauter Lust zu glühen

wenn es sein soll
so wird es all das werden mit all den Träumen
die an meinen Ufern liegen
und immer meine Wege säumen

Wenn es sein wird
dann ist es, was es ist,
ein Gefühl.
und nichts dazwischen
ein soviel mehr als alle
Zuversicht.

was bleiben wird?
eben das.
alles was das Leben ist,
ist Leidenschaft.

Ein Herrenabend Februar 10, 2008

Posted by astromant in 1, Lebenseinstellung.
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Ein Herrenabend …

 

EIN BESONDERER ABEND

 

Das Fenster des Konferenzraums entließ die Rauchschwaden guter Zigarren in die Abendluft, während die Konferenzteilnehmer noch den zweiten oder dritten Cognac schlürften. Dr. Gier, der Wortführer, wollte sich vor Lachen schier ausschütten. Seine Vorstands-Kollegen Zins, Schrapp und Klemm schlugen ihm unter Gelächter von links und rechts auf die Schulter. “Ja, meine Herren,” gröhlte Dr. Gier, “sehen Sie, so einfach geht das!” Und alle zusammen mochten nicht aufhören, Gesprächspassagen der nachmittäglichen Debatte zu wiederholen, in der es Dr. Gier und seinen ehrbaren Kollegen Schrapp und Klemm gelungen war, den dummen Arbeitsdirektor, den Betriebsrat und einen jungen, unerfahrenen Gewerkschaftssekretär zu einer für die Belegschaft nachteiligen Betriebsvereinbarung zu bewegen. Daß es dabei Herrn Schrapp gelungen war, bezüglich der Auftrags- und Ertragszahlen falsche und verwirrende Angaben zu machen, war für die Herren Grund zu einer außerordentlichen Freude.

 

Solch einen Tag mochten die Herren nicht so einfach ausklingen lassen; der Tag schrie sozusagen nach einem Höhepunkt.

 

Um Vorschläge waren die Herren nicht verlegen; lachend wurde Dr. Giers Vorschlag, einen Vergnügungspark aufzusuchen, von allen Seiten akzeptiert.

 

Die Herren ließen sich von ihren Chauffeuren an den Rand des Parks fahren, dann wurden die Fahrer nach Hause geschickt. “Wer weiß, was uns heute Abend noch alles einfällt …!” schmunzelte Klemm süffisant. Schrapp kicherte wie ein unreifer Pennäler, als Dr. Gier ihm kumpelhaft in die Seite stieß. Polternd stürmten sie gefolgt vom schwerfälligen Zins den Park und hatten bald die ersten Buden erreicht. Zwischen den Karussel- und Geisterbahnfahrten gönnten sich die Herren an den Ausschank-Buden manches Glas Pils und einige gute Genever.

 

Plötzlich wurden sie von einer Losbude angelockt, die kaum beleuchtet war, deren Auslagen aber im Dunkel des Abends umso interessanter erschienen.

Der Losverkäufer stand anscheinend teilnahmslos im hinteren Teil seines Unternehmens und schien von den Herren keine Notiz zu nehmen.

“Holla, Wirtschaft! Lose für uns alle!” polterte Schrapp los.

 

“Warum interessieren Sie sich denn gerade heute für ein Los?” entgegnete der Losverkäufer ohne irgend ein Mienenspiel oder eine Bewegung.

 

“Heute amüsieren wir uns!” lallte Klemm.

“Jawohl, wir haben heute viel geleistet. Wir haben unserer Firma viel Geld gespart und Personal freigestellt. Das war der Clou des Jahres!” drängte Schnapp.

Dr. Gier wurde ungeduldig, mit einem Tausender in der Faust haute er auf die Theke. “Los, komm schon her, du Subjekt! Wieviel Lose kriegen wir für dieses Geld?”

 

“Heute kriegt jeder ein Los, wie er´s verdient. Und das ist sogar umsonst!” gab der Losverkäufer bekannt und stellte einen randvoll mit Losen gefüllten alten Sektkübel auf die Theke.

 

Zins griff ungestüm hinein. Seine Hand umklammerte das Los. Seine Kollegen schauten über seine Schulter, als er es umständlich öffnete. “Gnadenlos!” las er vor.

 

“Das wird ein Trostpreis sein, mehr nicht!” platzte Dr. Gier heraus.

 

“Gnadenlos verliert!” teilte der Losverkäufer mit und zeigte auf ein Schild mit den Geschäftsbedingungen.

“Komm, du als Nächster!” murrte Gier und drückte Schrapps Hand in den Kübel.

Der las auf seinem Los das Wort “Herzlos” und wollte ein goldschimmerndes Herz aus der Auslage nehmen.

“Herzlos verliert!” Mit einem Handzeichen verwies der Verkäufer wieder auf das Schild.

 

Klemm wollte nicht nachstehen und griff zu. Als er auf seinem Los “Kinderlos” las, wollte er nach der schönen Kinderpuppe greifen, die ihm sofort ins Auge gefallen war.

“Kinderlos verliert!” murrte der Verkäufer lakonisch. Gier zückte erbost seine Lesebrille. Aber alles half nichts: so stand es auf dem Schild.

Mit den Worten “Jetzt ich!” griff er sich ein Los, öffnete es und rief: “Witzlos! Ich habe es ja gewußt, das schöne Witzbuch da vorne ist für mich! Her damit!” Er griff nach dem Buch mit dem schönen Einband, das ihm sofort aufgefallen war. Der Losverkäufer aber entwand es seiner Hand mit den Worten: “Witzlos verliert!”

 

“Unmögliches Verhalten!” tönte Gier. “Davon war nichts auf dem Schild zu lesen!”

 

Aber als der Losverkäufer ihm das Schild mit einem mokanten Lächeln vorhielt, erschien die Zeile “Witzlos verliert” vor seinen Augen wie von Geisterhand geschrieben.

 

Mit groben Verwünschungen auf den Lippen entfernten sich die Herren gestikulierend. Die Laune war dahin, die Zusammenkunft wurde rasch beendet.

 

Wie es weiterging?

Nun:

Zins verfiel am nächsten Tag durch einen unerklärlichen Gehirnschlag in Stumpfsinn.

Schrapp brach am nächsten Tag im Büro zusammen, kam ins Krankenhaus und verließ die Intensivstation als toter Mann.

Klemm wurde am nächsten Tag impotent.

Dr. Gier konnte nicht einmal darüber lachen. Aller die Nachrichten über diese Vorkommnisse erhielt, verbreitete sich gerade auf seinen Wangen eine schmerzhafte Gesichtslähmung.

Lilith, die schöne Unbekannte Februar 10, 2008

Posted by astromant in Er und Sie.
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LILITH – Die schöne Unbekannte

Zu einer Zeit, als das Paradies und die Erde schon eine Weile lang erschaffen waren, wandelte Gott auf Erden und fand Adam vor Enttäuschung schluchzend im Garten Eden vor.

„Mein liebes Menschenkind,“ sprach der Herr, „was macht dich so traurig? Habe ich dir nicht einen schönen Garten und ein gutes Leben bereitet?“

„Nein, hast du nicht!“ schimpfte Adam verbittert. „Alle Geschöpfe haben eine Gefährtin, nur ich nicht!“

„Aber Adam!“ sagte der Herr erstaunt. „Habe ich dir nicht die Lilith erschaffen, so wohlgebaut, mit einer samtigen dunklen Haut?

Obendrein habe ich eingerichtet, daß sie dir leidenschaftlich zugetan ist und du daher recht viel Freude – nicht nur an ihren Mandelaugen – hast! Ist sie nicht die Leidenschaft in Person? Sie ist doch einfach vollkommen, oder?“

„Ach, was!“ Adam gestikulierte abwehrend. „Vollkommen ist sie überhaupt nicht, denn alle anderen Geschöpfe haben eine Gefährtin mit S e e l e , nur ich nicht!“

Der Herr griff fassungslos an seine Stirn: „Was willst du denn bloß ausgerechnet mit einer Gefährtin mit Seele? Bleib vernünftig, vielleicht stört das nur. Das Verfahren ist nicht erprobt. Außerdem sind die Seelen alle in der ganzen Schöpfung verteilt. Woher soll ich jetzt noch eine Seele nehmen? Das gesamte Produktionsaufkommen an Seelenmaterial ist verteilt!“

Adam aber hatte seinen störrischen Tag und bedrängte den Herrn so gut er konnte. Dieser wiederum mochte wohl sein Menschenkind nicht enttäuschen. Denn nach kurzer Überlegung kam ihm die uns allen aus dem Bibelunterricht bekannte Idee: Er schickte Adam in den Schlaf, entnahm aber nicht nur die Rippe, sondern auch die runde Adam-Seele. Die Adam-Seele teilte er je zur Hälfte auf Adam und die Rippe auf. Dann hauchte er der Rippe Odem, den Lebensatem ein. So also – und nicht anders – entstand Eva!

Der Rest ist auch aus der Bibel bekannt: Adam und Eva erwachten, erkannten einander und erfreuten sich ab sofort ihres seelischen und körperlichen Zusammenseins.

Waren nun a l l e zufrieden?

Nein, L i l i t h keineswegs! Etliche Zeitlang war sie weniger als sonst gefragt und fühlte sich aus diesem Grund arg zurückgesetzt. Sie schäumte vor Wut, lieh sich das Fell der Schlange und provozierte den bekannten Fall mit dem Apfel vom Baume des Paradieses. Vielen bunt schillernden Schlangen wird wohl allein deswegen heute noch häufig unrecht getan …

 

Allein, der Verlust des Paradieses wäre wohl für Adam und auch Eva – später auch für uns, die wir heute leben – zu verschmerzen gewesen; denn seelisch und körperlich abgerundete Gefährten überstehen bekanntlich viel, wenn nicht sogar alles.
Leider ergab sich eine mißliebige Konsequenz, an der wir alle heute noch zu knausern haben: Die wahrhaft runde Halb- und Halb-Seele wie damals im Paradies gibt es heute nicht mehr. Manche dieser Teile haben Scharten. Eine Hälfte oder beide Hälften klaffen ein wenig oder stark auseinander oder eine oder beide Hälften lappen auf die andere über, manche klemmen und klammern sehr unangenehm. Oft erscheint es den Partnern sogar beschwerlich bis unmöglich, mit der Seelenhälfte des anderen auszukommen, obwohl der Kopf das eigentlich will.

Aus diesem Grunde allein sind abends die Bahnhöfe, Discotheken und sonstige Treffpunkte so voll: So viele Menschen suchen nach der Seelenhälfte, die hundertprozentig zur eigenen paßt, ohne zu wissen, daß diese zu finden schier unmöglich ist, denn – siehe oben!

Nur die Menschen, die die Geschichte mit der Lilith, dieser personifizierten Leidenschaft, kennen, suchen vielleicht nicht gar so arg.

Zu diesem elitär kleinen Kreis von wissenden Personen gehören ab jetzt auch Sie als Leser/in dieser Zeilen.

 

Übrigens:

Dies ist, bitteschön, kein Auftakt zu einem theologischen Disput!

 

Cyber Februar 4, 2008

Posted by astromant in Cyber.
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Der Cyber, mancher glaubt es kaum,

ist keinesfalls rechtsfreier Raum.

 

Er ist  voll Freaks und Fakes und Trollen

die mailen, posten was sie wollen.

 

Es ist ganz gut, solch Cyber-Nieten

beizeiten Einhalt zu gebieten.

 

Wenn man sowas Petzen nennt,

hat man das Kernproblem verpennt.

 

Wer Mobbing für Lappalie hält,

der weiß nichts von  der Cyberwelt.

 

Ein Mobber wird sich nie genieren,

weiß nichts von Anstand und Manieren.

 

Er will andere einfach stören,

die sollen nicht dazu gehören.

 

Er selbst wird ständig zanken, geifern

und sich nur für sich selbst ereifern. 

 

Von außen liest es sich nicht schön,

wenn im Thread Tiraden steh´n. 

 

Sowas ist niemals unser Glück,

denn es fällt auf uns zurück.

 

 

 

 

Auch wenn sich dort viel Irre tummeln,

lohnt es sich nicht, im Forum zu schummeln.

 

 

Wer mir so schöne Sticker macht,
dem schicke ich Gedichte.

Die machen manchen schlechten Traum
in schwerer Nacht zunichte.

Ich habe sie mir ausgedacht
bei muntren Zecherrunden

als mir das Herz im Leib gelacht
nach langen Arbeitsstunden.

Da hab ich dann vor Lust gelacht
und Reime zu Papier gebracht!

CARPE DIEM

http://www.bernd.hat.eine.webpage.ms

Anpassung? Februar 4, 2008

Posted by astromant in Er und Sie.
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Anpassung? Nein, danke!

 

Zu den angepassten falsch angelernten Verhaltensweisen aus falsch verstandener Rücksichtsnahme gehören folgende Nachlässigkeiten (ich nenne sie gern „Marotten“), die oft zu einem unerfreulichen Ergebnis führen:

Jemandem anscheinend zuhören, obwohl man weder daran interessiert ist, noch einen Bezug zu dem hat, was der andere sagt (Ohren auf Durchgang … ) 

 

(Eine typische Bärenfalle wie ich in etwas anderem Zusammenhang heute wieder in einemParallel-Universum-Artikel lesen konnte. Da ging es um den Anfang eines Beziehungs-Versuchs.))

Die eigenen Bedürfnisse jederzeit zurückzustellen, wenn man glaubt, daß es der Beziehung zugute kommt (Der bitterste Vorwurf kommt dann in einem unkontrollierten Streitgespräch bei völlig unpassender Gelegenheit als „alte Kamelle“ zum Vorschein … )

Die sofortige Bereitschaft, seine oder ihre Bedürfnisse zu befriedigen (um des lieben(?) Friedens willen …)

Ganz schnell versuchen, einen Traumpartner oder eine besondere Verbindung zu erkennen
Geheimnisse preisgeben und die ganze Lebensgeschichte ausbreiten

Sich körperlich oder sexuell sofort angezogen fühlen, das ist total menschlich. Mit diesem Thema sind wir Menschenkinder innerhalb von einer Minute „durch“.
Eine “Verbindung” einzugehen und dabei nicht einmal zu wissen, wie man jemandes Freund sein kann, tja, das …. ist ein gaaaanz anderes Ding!

Durch Dauerkontakt per Telefon, SMS, Mails, Messengers ein Gefühl von Nähe oder ein so genanntes Hochgefühl (Verliebt-sein) herzustellen und dabei im täglichen Leben alles andere stehen und liegen zu lassen?

 

Verlassen Sie sich darauf: Das ist früher oder später ätzend. Ich kenne eine Frau, die ihren „Schatz“ auf regelmäßige Anrufe „drillen“ wolltge. Raten Sie mal, wie lange der Mann das mitgespielt hat…

Sich von der Beziehung völlig ausgefüllt fühlen und sich diesem Gefühl auch ständig hingeben … (Das dürfte den Partner, der sich zunächst recht geschmeichelt fühlt, früher oder später arg belasten … )

Den anderen benutzen, um dem eigenen Leben zu entfliehen … einfach tödlich für die Harmonie … !

 

(Ich werde gern Artikel über Partnerwert folgen lassen.)

Die Beziehung zum Dreh- und Angelpunkt des Lebens zu machen … schnell öde!
Für alles, was in der Beziehung nicht richtig läuft, die Schuld und den Tadel auf sich nehmen?

Auch das macht die Sache schnell öde.

Selbst dann noch weitermachen, wenn das Ganze bereits die Wahnsinnsgrenze tangiert?

Nein und nochmals nein; so weit darf und braucht es bei Anwendung einer gewiisen Kommunikationskultur nicht kommen.


Vollständig in die Welt des anderen eintreten … (wie lange geht das gut?)

 
Akzeptieren von Eifersucht als Zeichen wahrer Liebe … oh je!

In der Beziehung seine Grenzen verlieren, sich nicht mehr oder kaum noch ausgrenzen können … na, bravo … das Chaos ist dann sicher vorprogrammiert…

Für die Beziehung unendliches Leid auf sich nehmen … oh ja, und das immer mit einem unterdrückten stummen Vorwurf dem Partner gegenüber, bis es rummst …

Nun denn:
Sie sehen ja, dass es gar nicht nötig ist, das Richtige zu tun. Man/frau muss nur das Falsche weglassen.

 


Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau

 

Die Fähigkeit, gesunde Beziehungen aufzubauen, zu stabilisieren und in ihnen zu leben, braucht ganz andere Voraussetzungen als in den einschlägigen Magazinen , nämlich:

Die grundlegende Beziehung ist die Beziehung der beiden Partner zu sich selbst.

 

Beide Partner sollten bis zu einem bestimmten Grad ein bestimmtes Maß an Wahrhaftigkeit sich selbst gegenüber erreicht haben, und bereitwillig die Verantwortung für sich übernehmen!

Wir sind den Einflüssen der Wirklichkeit ausgesetzt, die Wahrheit ist etwas ganz Unterschiedliches,

 

Um die Wahrnehmung der Menschen ist es nicht allzu gut bestellt, ja sie ist eher schlecht. Denn wir Menschen haben alle einen blinden Fleck im Auge. Nimmt man uns den weg, verlieren wir… das Augenlicht. (Ende des augenmedizinischen Teils*gg*)

 
Jeder Partner muß auf jeden Fall seine eigene Persönlichkeit wahren können.

 

Das ist eine Kunst, die man/frau üben muss.

 

Die Beziehung zu sich selbst ist gleichzeitig eine Quelle der Zufriedenheit, sie muß geduldig gepflegt werden, nur so ist Entwicklung möglich.

Zu jeder intakten Beziehung gehört die Unterstützung des Partners, was aber nicht bedeutet, sich nur noch auf diesen Partner zu konzentrieren.

Man braucht die Fähigkeit, mit der Entwicklung einer Beziehung zu warten

Wichtig: Die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sie zu akzeptieren und ihnen zu folgen;
selbstverständlich AUCH: den PartnerIn wichtig zu nehmen, aber ihn nicht ununterbrochen zu umsorgen … das ist früher oder später beinahe ätzend.

Nicht bereit sein, das eigene Leben nur in die Hände irgendeines anderen Menschen zu legen

Die Verantwortung für das eigene Leben zu akzeptieren und die Verantwortung des Partners für sein Leben anzuerkennen, aber ihn auf keinen Fall einseitig belasten.

 

Risiken auf sich nehmen

- Gefühle dann mitzuteilen, wenn man sie empfindet, aber auch nicht immer und schon gar nicht ohne angesagten Termin und erst recht nicht stundenlang.

- Grenzen zu wahren und sie zu respektieren

- Fähig zu sein, dem anderen etwas mitzuteilen, ohne hinterher Kontrolle auf dessen Reaktion auszuüben.

Die Astrologie lehrt: Das Leben ist eine Kette von Wiederholungen unter veränderten Umständen…


 

Menschen, die unter Beziehungsängsten leiden, trennen sich ununterbrochen, zunächst innerhalb der gleichen Partnerschaft und von derselben Person. Meist schaffen sie es aber nicht, ihren Partner/ihre Partnerin zu verlassen und werden meist vom so verunsicherten Partner verlassen.
In anderen, schnell neu aufgebauten (Pseudo-)Beziehungen erleben sie dann wieder das gleiche Muster: sie wollen sich nicht festlegen, geben dem Partner keine Sicherheit, arbeiten einer möglichen Trennung aber dennoch sehr stark entgegen. Die Gründe für das Scheitern wird meist beim anderen gesucht, aber gern auch der Grund dafür, ob die Beziehung gelingt oder nicht. Der Aufbau wie auch das Scheitern der Beziehung erfolgt meist nach ganz ähnlichen Mustern.
Der Grund für das vorprogrammierte Scheitern liegt häufig darin, daß ein gemeinsames Wachsen mit dem Partner nicht möglich ist, da es keine gemeinsame Zielperspektive gibt, z.B. Ehe, Kinder, Freizeitgestaltung, Zusammenziehen, eine Zukunftsvision entwickeln usw. Dem Problempartner geht es meist um einen Selbstzweck, nämlich den anderen für die Befriedigung seiner unerfüllten Bedürfnisse zu “benutzen”.
Es ist heute modern geworden, daß die Betroffenen davon sprechen: “Ich bin beziehungsunfähig.” Und dies wird nicht als Makel angesehen, im Gegenteil, eine Studie hat gezeigt, daß sich jeder dritte Mann und jede fünfte Frau für beziehungsunfähig halten.
Die Gründe dafür sind aber viel weitgreifender, als daß sie nur in der aktuellen Beziehung analysiert werden könnten:
Fast 5000 Jahre beherrschten die Männer die Welt. Heute kann sich der Mann bei seiner Suche nach seiner Identität nicht mehr auf diese herkömmliche Tradition stützen. Er muß nicht mehr stark sein, und Frauen sehen in ihm nicht mehr den Herrscher. Dennoch ist die alte Tradition durch die Erziehung sowohl bei Männern wie auch bei Frauen als Norm noch in die Köpfe eingepflanzt.
Und so werden die Beziehungen zwischen Männern und Frauen unter dieser konflikthaften Last aufgebaut und geführt: Die neuen Rollen von Männern und Frauen und die herkömmlichen in den Köpfen verwurzelten Rollen zusammenzubringen und eine lebensfähige Beziehung daraus zu entwickeln.

Am Wasser Februar 4, 2008

Posted by astromant in Gedichte.
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Begehren, suchen, finden

 

Ja, ich begehrte, ja ich suchte, ja, ich fand

perlmuttgekleidet endlich sie am Meeresstrand.
Nach einer kurzen Weile spreizte sie sich weit
als ich sie drückte in den weichen, kühlen Sand,
Sie war so feucht, weit offen und für mich bereit,
als ich begehrlich sie in meinen Händen wand.

Ich nahm sie sanft und wusch sie gleich im Wasser.
Da wurd die Muschel blass in meiner Hand.